Freitag, 16. August 2002

EU-Kandidatenländer holen wirtschaftlich auf

  • Slowenien ist Spitzenreiter der Erweiterungskandidaten
  • Wirtschaft in Kandidatenländern wächst schneller als in der EU

Für manche osteuropäische Kandidatenländer ist Griechenlands Wirtschaftsleistung nicht außer Reichweite. So ist in Slowenien das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf gemessen an der Kaufkraft bereits jetzt näher am EU-Schnitt als jenes des EU-Nachzüglers Griechenland. 2010 wird auch Tschechien das EU-Schlusslicht überholt haben. 2015 wird Ungarn und die Slowakei mit Griechenland gleichgezogen haben.

Nach einer Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) wird Slowenien bis 2015 schon über 90 Prozent des EU-Schnitts erreicht haben, so dass es nicht mehr zu jenen ärmsten Ländern gehören dürfte, die flächendeckend förderungswürdig sind. Zum Vergleich: Griechenland steht derzeit bei 70 Prozent des EU-Schnitts, Portugal bei 75 Prozent.

Schnelleres Wachstum
Allen Kandidatenländern sagt das WIIW ein schnelleres Wachstum als der EU voraus. Aber die anderen künftigen EU-Mitglieder haben noch einen größeren Aufholbedarf. Polen und Litauen werden daher 2015 gerade einmal ein halb so großes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf aufweisen wie die EU im Schnitt. Estland wird bei 56 Prozent und Lettland bei 44 Prozent stehen.

Nachzügler: Rumänien, Bulgarien, Türkei
Die Prognose des WIIW zeigt aber auch, warum Bulgarien, Rumänien und die Türkei noch länger auf den EU-Beitritt warten müssen. Bulgariens Wirtschaftsleistung soll 2015 erst 40 Prozent des EU-Schnitts ausmachen, in Rumänien sollen es 32 Prozent sein und die Türkei dürfte laut Prognose bei 25 Prozent stagnieren und zugleich der einzige beitrittswillige Staat sein, der im Vergleich zur EU nicht aufholt.

16.8.2002 11:13