Mittwoch, 14. August 2002

Hochwasser: Infrastruktur & Betriebe beschädigt!

  • Bahnstrecken, Straßen und Telekom-Netze schwer getroffen
  • Unzählige heimische Betriebe beschädigt oder zerstört

Die verheerenden Unwetter in Österreich haben zu schweren Verwüstungen der Infrastruktur des Landes sowie zu massiven Schäden bei unzähligen heimischen Betrieben geführt. Sowohl Straßen als auch Schienen stehen in Teilen von OÖ und NÖ durch die Überschwemmungen immer noch unter Wasser. Allein in Oberösterreich wurden nach ersten Meldungen der Wirtschaftskammer 1000 Betriebe von den Fluten eingeschlossen oder schwer beschädigt. Das Ausmaß der Hochwasser-Schäden wird auf 3 Mrd. Euro geschätzt.

Schwer getroffen hat es vor allem die Österreichischen Bundesbahnen. Die Kamptal-Bahn ist nahezu komplett zerstört, auch im Ennstal, in Selzthal und in den übrigen Hochwasserregionen gibt es schwere Schäden. Insgesamt melden die ÖBB nach ersten Berechnungen Schäden in Höhe von 30 bis 50 Mill. Euro. Die zerstörten Strecken würden aber zur Gänze wieder aufgebaut, versicherte ÖBB-Sprecher Andreas Rinofner am Dienstag.

Gleise, Gleisbette, Bahndämme, Signalanlagen und eine Brücke über den Kamp seien durch Überflutungen und Muren zerstört worden. 80 Kilometer Gleis seien unter Wasser, so Rinofner. Wirtschaftlich getroffen werden die ÖBB aber auch durch den Ausfall von Personen- und Güterzügen. Das Netz ist an 30 Stellen unterbrochen. Die ÖBB sprechen von Millionen-Schäden auch im Absatz.

Landesstraßen schwer getroffen
Schwer getroffen hat es auch das österreichische Straßennetz und da vor allem die Landstraßen. Schon nach der ersten Hochwasserwelle schätzte man allein in Oberösterreich die Schäden auf 10 bis 15 Mio. Euro, diese Zahl dürfte sich aber noch dieser Tage noch deutlich erhöht haben. Die Schäden werden nur zum Teil aus dem Katastrophenfonds gedeckt. Für den Rest müssen die Länder aufkommen.

5 Mio. Schaden an Westautobahn
Glimpflicher davon gekommen sind die Autobahnen und Schnellstraßen, die davon profitieren, dass sie weitgehend auf mehrschichtigen Dämmen errichtet wurden. Dennoch haben Hangrutschungen auf der A1, der Westautobahn, bei Linz Schäden von bis zu 5 Mio. Euro verursacht. Auf der Schnellstraße S5 ist zwischen Tulln und Krems die Fahrbahndecke auf weiten Strecken komplett zerstört.

Schwere Schäden an Telekom-Netzen
Durch die neuerlichen Hochwasser ist es am Dienstag auch zu weiteren großflächigen Ausfällen im Telefon- und Mobilfunknetz gekommen. Während sich die Situation in Salzburg entspannte, waren weite Gebiete in Oberösterreich und Niederösterreich erneut vom Telefonnetz abgeschnitten. In Schwertberg, Schönberg, Langenlois und Hadersdorf seien die Wählämter am Dienstag erneut unter Wasser gestanden, berichtete Telekom-Sprecherin Sigrid Bachinger. An den Reparaturen wird laut Telekom mit Hochdruck gearbeitet. "Wir arbeiten derzeit rund um die Uhr. Auch am Feiertag wird durchgearbeitet", sagte Bachinger.

Von den Unwettern waren auch die Mobilfunknetze betroffen. In Ober- und Niederösterreich stünden zahlreiche Mobilfunkanlagen unter Wasser. Leitungen, die entlang von Brücken geführt wurden, seien samt den Brücken weggeschwemmt worden. "Es ist ein Kampf gegen die Natur", sagte Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes.

Schwere Schäden bei heimischen Betrieben
Allein in Oberösterreich wurden ersten Meldungen der Wirtschaftskammer zufolge 1000 Betriebe von den Fluten eingeschlossen oder schwer beschädigt. Betroffen sind viele Unternehemen in Gegenden, in denen es zuvor noch nie nennenswerte Überschwemmungen gab. Zudem leiden auch viele Firmen, die selbst nicht vom Hochwasser betroffen waren: Zehntausende Miarbeiter konnten aufgrund der Hochwasserlage in den vergangenen Tagen nicht zur Arbeit kommen.

14.8.2002 11:08