Montag, 12. August 2002

Effenberg unterschreibt Jahresvertrag bei Wolfsburg

  • Effe-Manager: Austria nur zweitrangig, Wolfsburg erste Wahl
  • Austria Wien wird versetzt

Das Engagement von Stefan Effenberg beim österreichischen Fußball-Bundesligisten Austria Wien ist geplatzt. Laut Austria-Manager Peter Svetits hat der ehemalige Star von Bayern München das Angebot auf einen Einjahresvertrag bei den Veilchen am Freitag "aus persönlichen Gründen" abgelehnt. "Das hat absolut nichts mit dem Verein zu tun. Er hat sich zudem noch für das gute Gespräch bedankt", betonte Svetits. Kaum zurück in Deutschland zeigt Effe-Manager Peter Pander freilich ein anderes Gesicht: Die Gespräche mit Austria Wien wären nur zweitrangig und Wolfsburg erste Wahl gewesen. Dort hat Effe jetzt auch unterschrieben.

Ein Star wie Effenberg wäre gut für die Austria und den österreichischen Fußball gewesen, die Positiva hätten mit Sicherheit die möglichen Negativa übertroffen, meinte der Austria-Manager. Austria-Mäzen Frank Stronach hatte die Verpflichtung des Deutschen befürwortet, sein Trainer Walter Schachner war aus diversen Gründen weniger begeistert gewesen. Der leistungsbezogene Vertrag sollte "Effe" rund 1,5 Milllionen Euro bringen.

Ein-Jahres-Vertrag bei Wolfsburg
Die Absage an die Austria hätte eigentlich schon das Karriere-Ende des Stefan Effenberg sein können. Aber der schlaue Manager hatte die Austria nur als Reserve-Eisen im Feuer. Die eigentlich ernsthaft geführten Gespräche liefen mit dem VfB Wolfsburg aus Niedersachsen. Dort hat Effenberg nun auch überraschend einen 1-Jahres-Vertrag unterschrieben. In Hinblick auf die Austria meinte Manager Peter Pander, diese Gespräche wären nur zweitrangig gewesen. Bad Luck!

Nach seiner Ausmusterung beim FC Bayern München mit Saisonende waren mögliche Transfers nach England, Spanien und die Türkei (wohl nicht zuletzt wegen seiner finanziellen Forderungen) gescheitert.

Effes Karriere:
Die Karriere von Effenberg wies neben Höhepunkten wie drei Meistertitel mit dem FC Bayern (1999,2000,2001), dem DFB-Pokalgewinn 2000 und dem Champions League-Triumph 2001 auch etliche Tiefs auf. Die Teamkarriere (35 Einsätze) war von der "Stinkefinger"-Affäre im WM-Treffen mit Südkorea überschattet. Für die Bayern spielte Effenberg in zwei Perioden (90-92, 98-02), was er vorher auch schon für Borussia Mönchengladbach (86-90, 94-98) getan hatte.

Begonnen hatte der Hamburger als Knirps beim Bramfelder SV (73/74) und lernte dann bei Viktoria Hamburg (74-86) das Kicken. Im Falle seines Rücktritts hatte der Mittelfeldmann schon seit längerem die Auswanderung nach Florida geplant.

12.8.2002 19:57