Sonntag, 18. August 2002

Zwei 800-m-Starts von Graf in Linz vor der Hallen-WM

  • Am 2. 3. bei Meisterschaften gegen internationales Feld
  • Am 7. 3. beim "Gugl Indoor" - Linz droht Greene-Absage

Österreichs 800-m-Vizeweltmeisterin Stephanie Graf wird im März gleich zwei Mal in Linz über ihre Paradestrecke antreten. Die 29-jährige Kärntnerin startet sowohl am 2. März im Rahmen der Staatsmeisterschaften gegen internationale Konkurrenz als auch am 7. März beim "Gugl Intersport Indoor 2003". Danach bestreitet die Olympiazweite von Sydney 2000 noch ein 400-m-Rennen am 9. März im Rahmen des Länderkampfes im Dusika-Stadion in Wien.

"Mit diesem Programm vor der Hallen-WM in Birmingham bin ich glücklich und zufrieden", betonte Graf, die bereits nach der Formüberprüfung am 2. März in Linz bekannt geben wird, ob sie beim Großereignis in England (14.-16.3.) an den Start gehen wird oder nicht.

Wettkampfplanung umgestellt
"Europas Leichtathletin des Jahres 2001" hatte nach der Ausladung beim Meeting am 28. Februar in Karlsruhe ihre Wettkampfplanung umstellen müssen. Die offizielle Begründung von Meeting-Manager Alain Blondel für die Absage an Graf lautete, dass sich die Veranstalter ein Duell von Österreichs Paradeathletin mit ihrer Erzrivalin, Hallenweltrekordlerin Jolanda Ceplak aus Slowenien, nicht leisten könnten.

Kommt Mutola nach Linz?
Hinter dem Start von Olympiasiegerin und Doppelweltmeisterin Maria Mutola aus Mosambik am 2. März in Linz steht dagegen ein großes Fragezeichen. "Das wird sehr schwierig, denn Maria wollte im Vorfeld der Hallen-WM ab 24. Februar noch ein dreiwöchiges Trainingslager in Südafrika absolvieren. Sie müsste also ihre Planung bei einem Start in Linz kurzfristig komplett umstellen", erklärte Graf-Manager Jos Hermens, der noch am Montagabend nach einem Telefonat mit Mutolas Trainerin eine definitive Entscheidung der Afrikanerin erwartete.

Mutola, Ceplak für "Gugl Indoor" kein Thema
Für das "Gugl Indoor" stehen dagegen weder Mutola noch Ceplak zur Diskussion, wie Meeting-Manager Harald Edletzberger mit Nachdruck betonte: "Nachdem was sich die Beiden im Sommer in Linz geleistet haben, sind sie kein Thema für uns." Damit erinnerte der Wiener an den peinlichen Freiluft-Auftritt des Duos beim als groß angekündigten 1.000-m-Weltrekordversuch am 19. August 2002, in dem die Bestmarke gleich um mehr als neun Sekunden (!) verfehlt worden war.

Manager Robert Wagner sauer
Dieses Rennen ist auch einer der Hauptgründe, warum derzeit noch kein einziger Österreicher aus dem Team von Manager Robert Wagner, der ebenfalls Ceplak unter Vertrag hat, für Linz genannt hat. Die Veranstalter hatten beiden potenziellen Weltrekordläuferinnen wegen ihrer indiskutablen Vorstellung auf der "Gugl" die Gagen um 20 Prozent gekürzt. "Das ist gegen die Vertragsbestimmungen, denn eine Gagen-Kürzung darf nur im Fall von zwei Fehlstarts vorgenommen werden", erläuterte Wagner seinen Ärger über den Linzer Meeting-Direktor Percy Hirsch.

Zu viele Wettkämpfe vor WM
Doch nicht nur wegen dieses Finanzstreits verzichten etwa die Hallen-Vizeeuropameister Elmar Lichtenegger und Karin Mayr auf ein Antreten in Linz. "Es wäre ja auch komplett verantwortungslos, so knapp vor der WM die Athleten in so kurzer Zeit so viele Wettkämpfe absolvieren zu lassen", verwies Wagner auf das dichtgedrängte Programm vor Birmingham. Am 1./2. März finden die Meisterschaften statt, am 7. März das "Gugl Indoor" und am 9. März der Sechs-Länderkampf mit Österreich, Kanada, China, Australien, Ungarn und der Slowakei in Wien. Und mit Ausnahme 7. März besteht für die WM-Athleten des ÖLV bei den anderen beiden Veranstaltungen eine Startverpflichtung.

Kommt Maurice Greene?
Hirsch sah dem Boykott der Wagner-Athleten vorerst gelassen entgegen. "Auch vor zwei Jahren hat es vor dem Gugl-Meeting enorm scharfe Töne gegeben, damals stand sogar eine Absage von Graf (damals noch bei Wagner unter Vertrag, Anm.) im Raum, doch am Ende sind alle wichtigen Wagner-Athleten bei uns am Start gewesen", meinte Hirsch und verwies, dass er neben Graf auch international hochkarätige Stars für den 7. März bereits verpflichtet hat, vor allem 60-m-Hallenweltrekordler Maurice Greene aus den USA, und damit nicht auf die Athleten von Österreichs Topmanager angewiesen sei.

Knieverletzung akut
Doch gerade vom dreifachen Weltmeister über 100 m droht eine Absage, wie Wagner erfahren hat: "Laut meinen Informationen ist am Wochenende seine alte Knieverletzung wieder akut geworden und damit auch die Hallensaison für Greene vorzeitig zu Ende." Hirsch oder Edletzberger konnten dies vorerst weder bestätigen noch dementieren.

18.8.2002 19:08