Brasilianer Emerson Fittipaldi erwägt Comeback
- Mit bis zu 285 km/h über die Rennstrecke in Interlagos gerast

Sechs Jahre nach seinem Rücktritt als Rennfahrer nach einem Unfall will der zweifache Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi wieder offizielle Autorennen fahren. Der 55-jährige Brasilianer erklärte nach einer Testfahrt auf der Rennstrecke in Interlagos: "Das war das erste Mal nach Michigan und ich fühle mich wie neu geboren. Ich will nun bald wieder schnell fahren, noch schneller als heute in Interlagos." Fittipaldi erreichte nach Medienberichten in einem Lister-Jaguar Höchstgeschwindigkeiten von 285 km/h.
Fittipaldi, der in seinem Motorsport verrückten Heimatland fast so verehrt wird wie der 1994 tödlich verunglückte dreifache Formel-1-Weltmeister Ayrton Senna, hatte 1996 nach einem schweren Unfall bei den 500 Meilen von Michigan in den USA mit dem Rennsport aufgehört. Bei dem Unfall hatte "Emmo" einen Halswirbelbruch und mehrere Rippenbrüche erlitten. Zudem war seine Lunge von einem Metallteil durchbohrt worden.
"Weitere Tests" geplant
Der Mann, der 1972 und 1974 Formel-1-Weltmeister wurde und 1989 die Indycar-Serie gewann, beklagte, dass es "in Interlagos leider keine richtig schnellen Streckenteile mehr gibt". Fittipaldi will bis Jahresende zunächst "weitere Tests" machen. Auf die Frage, ob er danach wieder offizielle Rennen fahren wolle, sagte er: "Ja, das wäre sehr schön". Er ergänzte, er wolle vor allem längere Rennen fahren.
Fittipaldi fühlt sich fit
"Meine Wirbel sind wieder sehr widerstandsfähig, ich hatte heute überhaupt keine Probleme", versicherte er. Der Brasilianer wird aber vor dem Comeback seinen Arzt Steve Olvey überzeugen müssen. Der hatte Fittipaldi nach dem Absturz mit einem Ultraleicht-Flugzeug 1997 wegen schwerer Verletzungen der Lendenwirbel behandelt und bisher dringend von einer Rückkehr auf die Rennstrecken abgeraten.
