Dienstag, 13. August 2002

GAK verspielte schon daheim Chance auf CL

  • Kegelvits nach 0:2 gegen Lok: "Können nur auf Wunder hoffen"
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Die Fußball-Champions-League droht auch in dieser Saison ohne österreichische Beteiligung abzulaufen. Am Dienstag war Sturm Graz im Qualifikations-Hinspiel in Sofia gegen Maccabi Haifa mit 0:2 unterlegen, am Mittwoch ging der GAK im Heimspiel ebenfalls als Verlierer vom Platz. Die Steirer mussten sich vor nur 5.200 Zuschauern im Schwarzenegger-Stadion mit 0:2 (0:2) dem russischen Tabellenführer Lok Moskau geschlagen geben, der schon im Vorjahr dem FC Tirol den Weg zu den UEFA-Millionen versperrt hatte.

Leggheto (6.) und Loskow (42.) sorgten dafür, dass Lok mit einem komfortablen Vorsprung in das Rückspiel am 28. August geht. Der GAK war seit der Saison 1973/74 in Europacup-Heimspielen ungeschlagen, die Champions-League-Qualifikation ist den "Rotjacken" - zumindest in der derzeitigen Verfassung - aber doch eine Nummer zu groß.

Auf den Abschied einstellen
Schon nach dem ersten Auftritt kann sich das derzeitige Liga-Schlusslicht auf den Abschied einstellen. "Wir fahren jetzt völlig unbeschwert nach Moskau und können auf ein Wunder hoffen, vielleicht passiert ja noch was", meinte Neo-Trainer Christian Keglevits.

Keglevits erntete Unverständnis
Der Burgenländer, bisher Co-Trainer, hatte erst am Montag Thijs Libregts abgelöst und mit weit reichenden Veränderungen versucht, neues Feuer in die Mannschaft zu bringen. Am Willen der Spieler lag es dann auch nicht, dennoch erntete Keglevits von einigen Seiten Unverständnis wegen seiner Umstellungen.

"Wollte die Abwehr sichern"
Routinier Ales Ceh, einer der wenigen WM-Teilnehmer aus der T-Mobile Bundesliga, musste für Nikola Milinkovic auf die Bank. Anstelle des langjährigen Standard-Torhüters Franz Almer lief der junge Andreas Schranz auf, ehe er sich verletzte und in der Pause durch Almer ersetzt wurde. "Ich verstehe, dass Almer enttäuscht ist, aber ich wollte die Abwehr sichern", begründete der Trainer seine Entscheidung.

Dämpfer nach sechs Minuten
Doch es half nichts, schon nach wenigen Minuten erhielten die Hoffnungen durch den Treffer von Leggheto (6.) einen großen Dämpfer, das 0:2 besiegelte die Niederlage. "Das 0:1 war ein taktischer Fehler der Hintermannschaft, wobei den Russen das schnelle Tor viel Selbstsicherheit gebracht hat. Ich habe gewusst, dass es nicht leicht wird. Nach dem unglücklichen Spielverlauf bin ich von dem Resultat sehr enttäuscht, aber mit der Einstellung und dem Charakter der Spieler war ich zufrieden", meinte Keglevits.

Zukunft positiv?
Der Ex-Teamspieler lag mit seiner Analyse auf einer Wellenlänge mit Vereinspräsident Rudi Roth. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es war ein unglücklicher Spielverlauf und wir haben gegen eine starke Mannschaft gespielt. Vom Ergebnis bin ich enttäuscht, aber ich sehe positiv in die Zukunft", sagte der Klubchef.

Lok war stärker
Diese Zukunft wird international im UEFA-Cup und nicht in der Millionen-Liga sein. Auch die Spieler erkannten die Überlegenheit von Lok an. "Die Russen waren stärker und haben einen technisch hochwertigen Fußball geboten. Wir haben auch die eine oder andere Chance gehabt, aber der Spielverlauf war gegen uns. Trotzdem können wir uns in den Spiegel schauen, denn wir haben brav gekämpft", erklärte Brunmayr, der zum neuen Kapitän befördert wurde.

Almer zurückhaltend
Almer gab sich zumindest nach außen zurückhaltend: "Es war die Entscheidung des Trainers. Er hat mir gesagt, ich habe gegen Salzburg Unsicherheiten gezeigt. Wenn mich der Trainer aufstellt, werde ich immer mein Bestes für den GAK geben."

GAK - Lok Moskau 0:2 (0:2)
Schwarzenegger-Stadion, 5.271, SR Alain Sars (FRA).
Torfolge: 0:1 ( 6.) Leggheto; 0:2 (42.) Losskow (Freistoß)
GAK: Schranz (46. Almer) - Tokic - Pötscher, Hartmann - Ramusch, Aufhauser, Bazina, Milinkovic, Amerhauser (70. Halmosi) - Brunmayr, Kollmann (76. Naumoski)
Lok Moskau: Owtschinnikow - Paschinin, Nischegorodow, Ignaschewitsch, Leggheto - Jewsejew (55. Sennikow), Drosdow, Maminow, Losskow - Busnikin (76. Vucicevic), Pimenow (80. Julio Cesar)
Gelbe Karten: Hartmann, Pötscher bzw. Leggheto, Sennikow

13.8.2002 14:27