Jordanien verhaftet Chefredakteur von Al-Jazeera
- Vorwurf: "Diffamierung des Staates und der Königsfamilie"
- "Verbreitung von falschen Informationen"
Die Journalisten-Vereinigung "Reporter ohne Grenzen" (RSF) hat gegen die Inhaftierung des örtlichen Chefredakteurs des arabischen Fernsehsenders "El Jazeera" in Jordanien protestiert. Offenbar sei die Festnahme im Kontext einer diplomatischen Krise zwischen Katar, wo der Fernsehsender seine Basis hat, und Jordanien erfolgt.
Vor wenigen Tagen hatte Jordanien den Sender wegen "Diffamierung" des Staates und der Königsfamilie verboten. "El Jazeera" habe "Jordanien und seinen nationalen Standpunkten wissentlich Schaden zugefügt", hieß es in einer Begründung. Zuvor war in einer Sendung des arabischen Senders deutliche Kritik an Jordanien und der königlichen Familie geübt worden.
Nach Angaben von RSF wurden der Chefredakteur von "El Jazeera" in Amman, Maamun El Russan, sowie der Marketingdirektor und der Chef des Aufsichtsrats am 14. August festgenommen. Letzterer sei gegen eine Kaution wieder freigekommen. Den beiden anderen werde vorgeworfen, den Beziehungen zu einem ausländischen Land zu schaden und falsche Informationen zu verbreiten. Vielen arabischen Regierungen ist der Sender ein Dorn im Auge, weil er in seinen Beiträgen häufig politische Tabus anspricht.
Auslöser: Karrikatur
Im konkreten Fall war der Auslöser der Aufregung eine Karrikatur, die Politiker als Sängerinnen und Bauchtänzerinnen darstellt - und dem jordanischen Außenminister dubiose Verbindungen nach Israel vorwirft.
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