Montag, 12. August 2002

Gewaltsame Demonstration: KFOR-Soldat verletzt

  • Albaner protestierten gegen Festnahme eines Führers

Bei einer gewaltsamen Demonstration im Kosovo sind am Donnerstag ein Soldat der KFOR-Truppe und etwa 50 Demonstranten verletzt worden, wie UNO-Sprecher Andrea Agnelli mitteilte. Mehrere hundert Albaner hatten in Decani, etwa 90 Kilometer südwestlich von Pristina, gegen die Festnahme früherer Rebellenführer demonstriert. Die Demonstranten blockierten eine Hauptstraße des Ortes und warfen mit Steinen auf die UNO-Polizisten, als diese die Versammlung auflösen wollten. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein.

"Die Demonstration war geplant und genehmigt, aber man hatte den Demonstranten erklärt, dass die Hauptstraße nicht blockiert werden dürfe", sagte Agnelli. Nach der Demonstration, bei der verschiedene Teilnehmer festgenommen wurden, seien die Straßen mit Steinen, Tränengasbehältern und Gummigeschossen übersät gewesen, berichteten Augenzeugen. Ein Soldat der Friedenstruppe wurde von einem Stein getroffen und verletzt, teilte KFOR-Sprecher Drew Anderson mit.

Rund 50 Demonstranten benötigten nach Angaben des Krankenhauses ärztliche Behandlung, hauptsächlich, weil sie Tränengas eingeatmet hätten. Fünf Personen mussten wegen Knochenbrüchen stationär behandelt werden.

Am Sonntag hatten UNO-Polizisten und KFOR-Soldaten einen ehemaligen Führer der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK), Rrustem Mustafa, in Pristina verhaftet. Außerdem wurden inzwischen der vor zwei Monaten verhaftete Daut Haradinay, der frühere Kommandeur im Westen der Provinz, und fünf seiner Kampfgenossen wegen Mordes und verschiedener anderer Delikte angeklagt worden. Die früheren Rebellen sind im Kosovo noch immer populär. Anhänger der UCK haben für Freitag auch eine Großdemonstration in der Provinzhauptstadt Pristina angekündigt.

12.8.2002 16:32