Mittwoch, 14. August 2002

OÖ.: Irreparable Schäden in der Landwirtschaft

  • Allein 12 Mill. Euro durch Ernteausfall

In der oberösterreichischen Landwirtschaft hat das Jahrhunderthochwasser irreparable Schäden Verluste verursacht, zog der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich Hans Kletzmayr am Mittwoch eine erste Bilanz. Der Bodenabtrag, Hangrutschungen und Zerstörungen durch Schwemmmaterial könnten vorerst wertmäßig gar nicht erfasst werden. Allein der Ernteausfall werde aber nach vorsichtigen Schätzungen rund zwölf Mill. Euro betragen.

Das wahre Ausmaß der Schäden werde erst feststellbar sein, wenn das Hochwasser wieder weg ist, hielt Kletzmayr fest. "Die zerstörerische Kraft des Wassers hat unsere Kulturböden nachhaltig geschädigt. In vielen Gebieten sind große Mengen an Humus unwiederbringlich durch Erosion, Erdrutsche oder Hangrutschungen verloren gegangen", bedauerte der Landwirtschaftskammer-Präsident. Der dadurch verursachte Schaden dürfte deutlich höher sein, als durch die Ernteausfälle. Die Bodenverschlämmung sowie die Zerstörung des Bodengefüges bedürften aufwändiger Rekultivierungsmaßnahmen, die sich in Einzelfällen über Jahre erstrecken werden müssen, befürchtete Kletzmayr.

Von Ernteausfällen dürften fast 13.000 Hektar landwirtschaftlich genutzter Boden betroffen sein, berechnete die Landwirtschaftskammer, vor allem Mais-, Zuckerrüben- und Sojabohnen-Kulturen. Bei Gemüse sind so gut wie alle Arten von Frisch- und Verarbeitungsgemüse vernichtet worden. Auf vielen Grünlandflächen ist das Gras wegen der Erd- und Schlammablagerungen nicht nutzbar. Der daraus errechnete Schaden in der Höhe von zwölf Mill. Euro sei höher, als alle bis dahin im Jahr 2002 durch Gewitter, Hagelschlag und lokale Überschwemmungen entstandenen Elementarschäden zusammen.

Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich hat als Soforthilfe 63.000 Euro an den Hochwasserfonds des Landes überwiesen. Kletzmayr kündigte weiters an, den schwerstbetroffenen Bauernfamilien werde die Kammer - wo immer es nur möglich sei - zur Seite stehen, um ein Weiterarbeiten zu ermöglichen.

14.8.2002 12:07