Dienstag, 13. August 2002

Welle der Hilfsbereitschaft für Hochwasser-Opfer

  • Neben Spendenaufrufen zahlreiche Sammelaktionen

Neben der immer länger werdenden Liste von Spendenkonten für die Hochwasseropfer in Österreich wurden von Unternehmen und Interessensvertretungen auch konkrete Hilfsaktionen gestartet. Einerseits geht es dabei um Finanzhilfe, andererseits aber auch um Sachspenden, vom neuen Fenster bis zur Waschmaschine.

o Zehn Millionen Euro für die Hochwasseropfer stellen die Arbeiterkammern in einer Sofortaktion zur Verfügung, gab AK-Präsident Herbert Tumpel am Dienstag bekannt. Für Kredite bis zu 5.000 Euro, die vom Hochwasser betroffene Arbeitnehmerhaushalte aufnehmen müssen, zahlen die Arbeiterkammern die Zinsen. Die Mittel werden von allen Länderkammern gemeinsam aufgebracht, erklärte Tumpel, "in dieser Katastrophensituation müssen alle zusammen halten."

o Die Caritas hat als Soforthilfe für die Hochwasser-Opfer in den betroffenen Bundesländern 540.000 Euro zur Verfügung gestellt, berichtete der Chef der Organisation, Franz Küberl, in einer Aussendung. Die Gelder würden über die Pfarren an Bedürftige verteilt. Friedrich Altenburg, Einsatz-Koordinator der Caritas Österreich, sagte, besonders sozial schwache Familien mit kleinen Kindern, alte Menschen und Alleinerzieherinnen sowie alle, die vom Hochwasser besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sind, könnten sich in den Pfarren melden und würden dort eine schnelle finanzielle Unterstützung zur Überbrückung der ersten Tage erhalten.

o Der ÖGB spendet als Soforthilfe 300.000 Euro. Der Betrag geht an das Spendenkonto von "Licht ins Dunkel", gab Vizepräsident Günter Weninger bekannt.

o "Der FPÖ-Parlamentsklub hat in einer vorläufigen Sofortaktion 30.000 Euro für die Hochwasseropfer gespendet", sagte FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler. Dieser Betrag erging an jenes Spendenkonto, das die FPÖ gemeinsam mit der Organisation "Österreicher in Not" mit heutigem Tag eingerichtet hat. Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer hat 10.000 Euro auf das Konto überwiesen.

o Mit vorerst 10.000 Euro unterstützt die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) die Opfer des Hochwassers. GdG-Vorsitzender Rudolf Hundstorfer: "Den Betroffenen muss jetzt rasch und unbürokratisch geholfen werden!"

o "Der Pensionistenverband Österreichs stellt die Mittel aus der Österreichischen Seniorenhilfe den vom Pensionistenverband zu betreuenden Opfern der Hochwasser-Katastrophe zur Verfügung", gab PVÖ-Präsident Karl Blecha bekannt.

o Die oberösterreichischen Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften bieten insgesamt 211 leer stehende Wohnungen in ganz Oberösterreich den Opfern der Hochwasserkatastrophe an.

o Die Telekom Austria stellt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Dauer des Katastropheneinsatzes unter Entgeltfortzahlung frei.

o Das Arbeitsmarktservice Oberösterreich (AMS) bietet dem Land Oberösterreich und den Gemeinden seine finanzielle Unterstützung an. Werden zusätzliche Arbeitskräfte im Zusammenhang mit dem Katastropheneinsatz beschäftigt, so übernehmen die AMS-Regionalstellen 100 Prozent der Lohn- und Gehaltskosten.

o Zahlreiche Geldspenden für die Hochwasseropfer gab es am Dienstag in Oberösterreich von diversen Firmen, unter anderem Coca Cola, Energie AG Oberösterreich, OÖ. Ferngas, Hypo-Landesbank und die Firma Eudora, die auch 50 Waschmaschinen zur Verfügung stellt.

o Der Fenster- und Türenhersteller Internorm mit Firmenzentrale in Traun bei Linz hat für die Hochwasser-Opfer 1.000 Kellerfenster im Wert von 120.000 Euro gratis zur Verfügung gestellt. Die Fenster sollen über den Katastrophenfonds an die betroffenen Menschen in Österreich verteilt werden. Als weitere Sofortmaßnahme hat das Unternehmen 250 Mitarbeiter aus dem Internorm-Werk in Sarleinsbach im Bezirk Urfahr-Umgebung für den Arbeitseinsatz in den betroffenen Gemeinden unter vollen Bezügen dienstfrei gestellt.

o Das Österreichische Verkehrsbüro wiederum stellt laut Mitteilung von Generaldirektor Rudolf Tucek Einsatzkräften und Hochwasseropfern in den nächsten Tagen kostenlos bis zu 10.000 warme Mahlzeiten zur Verfügung. Diese stammen aus den Verkehrsbüro-Betrieben Gustana und CMS. 3.000 Portionen Gulaschsuppe waren am Dienstag bereits Richtung Grafenwörth (NÖ) unterwegs.

o Vorstand und Betriebsrat der UTA Telekom AG haben die insgesamt 640 Mitarbeiter zu Spenden aufgerufen, die vom Unternehmen dann verdoppelt werden.

o Die VA Tech bieten ihren Mitarbeitern, die bei Feuerwehr, ÖRK etc. freiwillig arbeiten, eine bezahlte Dienstfreistellung im Ausmaß von bis zu einer Woche. Auch die Uniqa Versicherung gewährt ihren Mitarbeitern für Hilfseinsätze bezahlten Sonderurlaub, ebenso die Brau Union (zunächst bis 16. August). Hochwassergeschädigten Mitarbeitern wird ein zinsenloser Bezugsvorschuss bis 7.300 Euro offeriert, für besondere Härtefälle gibt es einmalige Sonderzuschüsse. Außerdem hat die Brau Union ein kostenloses Soforthilfe-Paket für hochwasser-geschädigte Kunden bzw. solche, welche Hilfskräfte versorgen: Mineralwasser, Fruchtsäfte, alkoholfreies Bier sowie zwei 50-Liter-Bierfässer im Gesamtwert von 300 Euro.

o Skoda erweitert seine "Mobilitätsgarantie plus": Skoda-Lenker, deren Autos von den Überflutungen betroffen sind, können das kostenlose Abschleppservice in Anspruch nehmen.

o Die Wirtschaftskammer Österreich bietet Unternehmern aus den am stärksten betroffenen Bundesländern ab sofort einen Betrag von maximal 7.000 Euro pro Betrieb. Bis zu 5.000 Euro kommen von den betroffenen Landeskammern, die Wirtschaftskammerorganisation und ihre Mitglieder stellen 2.000 Euro zur Verfügung," gab Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl bekannt.

o Die Einrichtungsgruppe Leiner/Kika gewährt Hochwasser-Opfern bei allen Filialen in Österreich einen Sofort-Rabatt von 20 Prozent. Alle Serviceleistungen gibt es zum halben Preis, die Selbstabholbusse kostenlos.

o Auch das Bauunternehmen Readymix-Kies Union bleibt bei seiner Hilfsaktion im eigenen Metier: In Grafenwörth, wo die Firma eine Kies- und Schottergrube betreibt, werden Beton im Wert von 5.000 Euro als Soforthilfe gespendet. Zusätzlich werden kostenlos schwere Räumgeräte zur Verfügung gestellt und extra gefüllte Sandsäcke mit den Betonmischern des Unternehmens zu den Einsatzorten transportiert.

o Genauso stehen auch Baumaschinen und -geräte (Bagger, Erdbewegungsmaschinen) der Bauholding Strabag zur Verfügung. Diese werden in enger Kooperation der Raiffeisen-Holding NÖ mit dem NÖ-Militärkommando eingesetzt, und zwar schwerpunktmäßig im Raum Zwettl, Rosenburg, Krems-Rehberg, Zöbing/Hadersdorf und Grafenwörth.

o Last but not least: Die Arbeiterkammer Oberösterreich steht Hochwasser-geschädigten Mitgliedern bei konsumentenrechtlichen und versicherungstechnischen Fragen zur Verfügung (050/6906-2).

13.8.2002 17:05