Sonntag, 11. August 2002

US-Firmen müssen korrekte Bilanzen beeiden!

  • Elf US-Firmen verweigern - auf Börsen-Website veröffentlicht
  • Deutschland will US-Aufruf nach Ehrenschwüren nicht folgen

Eine "typisch amerikanische" Lösung
(er)fand die US-Börsenaufsicht SEC für die Bilanz-Skandale, die in den USA die Wirtschaft erschüttern. Ausgehend von den Pleiten der Giganten Enron und World.Com mussten zahlreiche Firmen geschönte Bilanzen gestehen. Nun sollen Top-Manager auf Bibel und Fahne schwören, dass ihre Bilanzen passen. Wer das nicht tut, kommt auf die schwarze Liste.

Die Top-Manager von elf der größten börsennotierten US-Unternehmen sind der Aufforderung der US-Börsenaufsicht SEC zur Beglaubigung der Firmenbilanzen nicht nachgekommen. Die SEC veröffentlichte in der Nacht zum Samstag auf ihrer Internet-Seite die Namen dieser Firmen.

Die SEC hatte in einer bisher beispiellosen Aktion die Chefs und Finanzvorstände von 947 US-Unternehmen aufgerufen, bis zum vergangenen Mittwoch die Korrektheit ihrer Firmenbücher persönlich zu beglaubigen. Wer sich dazu nicht in der Lage sah, musste dies der SEC in einer eidesstattlichen Erklärung mitteilen. Ziel der Regelung ist es, das nach einer Reihe von Bilanzskandalen in den USA erschütterte Vertrauen der Anleger wieder herzustellen.

Unter den Firmen, die bis Mittwoch ihre Bilanzen nicht beglaubigt haben, sind den Angaben nach neben den bankrotten Firmen Enron, WorldCom, Adelphia Communications, LTV Corp und ACT Manufacturing auch folgende Konzerne: Adams Resources & Energy Inc, TruServ Corp, Alaska Air Group, Gemstar-TV Guide International sowie McLeodUSA und der angeschlagene Energie-Händler Dynergy.

Bisher hätten 761 Unternehmen ihre Beglaubigungen abgegeben, hieß es. "Wir werden die Beglaubigungen auch weiterhin dokumentieren und sie auf der Internet-Seite www.sec.gov veröffentlichen", sagte SEC-Sprecher Michael Robinson am Freitag (Ortszeit), ohne weitere Einzelheiten zu nennen. In den kommenden Wochen werden noch rund 180 Erklärungen von Unternehmen erwartet. Für diese läuft die Frist erst später ab, da ihr Geschäftsjahr nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmt.

11.8.2002 10:08