"Business as usual" bei Bank Austria-Creditanstalt
- Banken-Ehe nach fünf Probejahren nun perfekt
- Plus: BA-CA-Chef Randa im NEWS-Interview
Österreich hat eine neue Großbank: Nach reibungslos vollzogenem Zusammenschluss hat der Geschäftsalltag für die fusionierte Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA) begonnen. Das Kundengeschäft ist jedenfalls normal angelaufen. Das Geschäftsaufkommen sei "vielleicht sogar eine Spur schwächer als sonst", hieß es. Einige Kunden hätten von der Fusion gar nichts bemerkt, sagte BA-CA-Sprecher Martin Hehemann - ein Beweis dafür, dass sich für sie nichts geändert habe.
Wer Auswirkungen der Fusion entdecken will, muss schon genau hinschauen: In einigen Filialen wird Sekt ausgeschenkt, in Ecken stapeln sich Türme der neuen Info-Folder. Und am Telefon melden sich manche Mitarbeiter noch mit Teilen des auch fusionierten Firmennamens "Bank Austria-Creditanstalt", der schreibtechnisch nunmehr mit Bindestrich zu verbinden anstatt mit Schrägstrich zu trennen ist wie früher.
Problemlose IT-Zusammenlegung
In der Nacht auf Sonntag wurden auch die technischen Systeme von Bank Austria und Creditanstalt zusammengelegt. Der "Bang" verlief ohne Probleme, die tatsächliche Umstellung war am Sonntag bereits um 2.45 Uhr früh abgeschlossen, früher als geplant. Insgesamt wurden in fast 700 Personenjahren rund 1.000 Arbeitsprozesse umgestellt. Damit sei eines der größten IT-Projekte Europas in Rekordzeit abgeschlossen worden, sagte IT-Vorstand Jochen-Michael Speek.
"Für einige unserer Mitarbeiter war es bereits der zehnte IT-Merger", erläuterte Hehemann. In den vergangenen Jahren erfolgten bereits die Zusammenschlüsse von Länderbank, Heureka, diversen Osteuropa-Einheiten von Bank Austria und HVB und davor die Zusammenführung der Osteuropa-Einheiten von Bank Austria und Creditanstalt.
Für die Kunden ändert sich wenig
Die mehr als 1,8 Millionen Privatkunden der neuen Bank können jetzt in allen Bank Austria-Creditanstalt-Filialen ihre Bankgeschäfte abwickeln, für manche verkürzt sich dadurch der Weg. Ansonsten ändert sich für sie nichts, "die Kunden müssen sich nicht umstellen", sagte der für das Privatkundengeschäft zuständige Bank Austria-Creditanstalt-Vorstand Wolfgang Haller. Bankomatkarte, Kontonummer, PIN- und TAN-Codes für das Online-Banking bleiben gleich, die Kunden behalten auch ihre gewohnten Betreuer. Neben der neuen Bankleitzahl 12000 bleiben bis auf weiteres auch die "alten" Bankleitzahlen (11000 für die CA und 20151 für die BA) gültig.
Zahl der Filialen soll sinken
Die Zahl der Filialen soll bis Jahresende von derzeit 470 auf 400 sinken. Die Bank Austria bringt 280 Geschäftsstellen in das gemeinsame Institut ein, die Creditanstalt 190. Jeder zweite Wiener ist BA-CA-Kunde. BA-CA-Generaldirektor Gerhard Randa will die Zahl der Kunden möglichst rasch auf zwei Millionen erhöhen.
Gemeinsam erreicht die größte Bank Österreichs nunmehr eine Bilanzsumme von rund 160 Mrd. Euro und ein Betriebsergebnis von 1,22 Mrd. Euro. Die zur bayerischen HypoVereinsbank gehörende BA-CA ist für die Geschäfte der Gruppe in Mittel- und Osteuropa verantwortlich. Mit 971 Geschäftsstellen, 22.257 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 21,6 Mrd. Euro bezeichnet sich die BA-CA als größte Netzwerkbank in der Region.
Bank Austria-Generaldirektor Gerhard Randa begründete die jetzt vollzogene Fusion fünf Jahre nach dem Kauf der CA mit einer geänderten Einstellung der Kunden, die nun auch noch "die letzten Rationalisierungsmaßnahmen" ausschöpfen wollten.


