Mittwoch, 7. August 2002

ÖGB: Feiertagstausch kein gutes Geschäft

Dem Vorschlag des WKÖ-Präsidenten Christoph Leitl "Tausche den Karfreitag als Feiertag für den 8. Dezember", kann der ÖGB nichts Positives abgewinnen, stellte der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, fest. Dieser Tausch-Vorschlag sei lediglich der Versuch, durch die Hintertür alle für den Handel am 8. Dezember geltenden Zuschläge zu umgehen.

Mit dem Abtausch des 8. Dezembers mit dem Karfreitag soll suggeriert werden, dass die ArbeitnehmerInnen keinen Verlust haben. "Das ist aber falsch. Denn wenn der 8. Dezember ein normaler Arbeitstag ist, dann ersparen sich die Arbeitgeber die bisher üblichen Zuschläge, die für die Feiertagsarbeit am 8. Dezember zu bezahlen waren", stellt Leutner fest.

Wenig Freude mit dem Leitl-Vorschlag dürfte auch die nicht kleine Gruppe Protestanten haben, die bisher am Karfreitag frei hatten und denen mit der Abschaffung des 8. Dezembers künftig ein Feiertag pro Jahr gestrichen werden würde.

Verwundert zeigt sich der ÖGB auch über die Informationsquelle des WKÖ-Präsidenten, demnach der 8. Dezember sowohl in Italien als auch in Spanien kein Feiertag sei. Ganz im Gegenteil: Laut diesen Botschaften ist in beiden Ländern der 8. Dezember ein Feiertag, in Spanien zusätzlich auch noch der Karfreitag.

7.8.2002 12:36