Mittwoch, 7. August 2002

Leitl will 8. Dezember gegen Karfreitag "tauschen"

  • WK-Präsident will den Vorschlag der kath. Kirche übergeben

Bis zum nächsten 8. Dezember sind es zwar noch vier Monate. Aber die Diskussion um die Geschäftsöffnung an diesem Marienfeiertag kommt jetzt schon in Gang: Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl schlug vor, den 8. Dezember als Feiertag gegen den Karfreitag zu "tauschen".

Man müsse - so Leitl im Gespräch mit der "Linzer Kirchenzeitung" - die "Kraft des Faktischen" erkennen. Daher sollte der 8. Dezember zu einem "Werktag" gemacht werden, die leidige Diskussion um die Geschäftsöffnung an diesem Tag wäre dann vom Tisch.

Im Gegenzug sollte man den Karfreitag zum Feiertag erklären, er sollte arbeitsfrei sein und die Geschäfts sollten geschlossen bleiben. Leitl habe, berichtet die Kirchenzeitung, auch auf andere "katholische" Länder verwiesen - etwa Italien oder Spanien - wo der 8. Dezember kein Feiertag sei.
Leitl wolle den "Tausch-Vorschlag" schon demnächst Kardinal Christoph Schönborn und anderen Vertretern der katholische Kirche übergeben.

Von kirchlicher Seite gibt es bereits eine erste Reaktion: In der Kirchenzeitung wird der Generalvikar der Diözese Linz, Josef Ahammer, zitiert. Er spricht sich gegen den Leitl-Vorschlag aus. Ahammer laut Kirchenzeitung: "Ich halte den Abtausch der Feiertage für einen schlechten Handel. Wenn man Festtage nur unter den Augen der Wirtschaftlichkeit sieht, kann für Menschen großer Schaden entstehen". Die Kirche in Oberösterreich werde sich weiterhin "für den 8. Dezember stark machen", so Ahammer.

7.8.2002 10:39