Dienstag, 6. August 2002

Arbeitslosigkeit in der EU weiter gestiegen

  • Jugendliche und Frauen stärker betroffen

Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote ist im Juni sowohl in der Eurozone wie der EU-15 weiterangestiegen. In den 12 Ländern der Eurozone waren laut Schätzungen des EU-Amtes Eurostat vom Dienstag 11,6 Millionen Menschen ohne Arbeit, in der EU-15 insgesamt 13,6 Millionen. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote in der Eurozone von 8,4 Prozent gegenüber 8,3 Prozent im Mai. In der gesamten EU wurde ein Anstieg von 7,6 Prozent im Mai auf 7,7 Prozent im Juni verzeichnet.

Damit setzt sich der Trend einer zunehmenden Arbeitslosigkeit im Jahresabstand fort. Im Juni 2001 hatte die Arbeitslosenquote in den Euro-Ländern "nur" 8 Prozent betragen. Österreich konnte sich zwar im Juni mit einer Quote von 4,1 Prozent hinter Luxemburg (2,3 Prozent) und den Niederlanden (2,8 Prozent) nach wie vor in der Ländergruppe mit der niedrigsten Arbeitslosenrate behaupten. Allerdings musste im EU-Vergleich im Jahresabstand einer der stärksten relativen Anstiege (von 3,5 auf 4,1 Prozent) hingenommen werden. Einen Rückgang konnte dagegen Finnland von 9,1 auf 8,9 Prozent im gleichen Zeitraum melden. Die höchste Arbeitslosenquote verbuchte wieder Spanien mit 11,5 Prozent.

Frauen waren erneut stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. In der Eurozone stieg die Quote im Jahresabstand von 9,7 auf 9,9 Prozent, bei Männern nahm sie im gleichen Zeitraum von 6,7 auf 7,2 zu. Etwas besser kam die EU-15 im Jahresvergleich davon. Die Arbeitslosenquote der Männer kletterte von 6,4 Prozent im Juni 2001 auf 6,9 Prozent im Juni 2002, die Arbeitslosenquote der Frauen stieg im gleichen Zeitraum von 8,5 auf 8,8 Prozent. In Österreich kletterte der Anteil der arbeitslosen Männer von 3,1 Prozent im Juni 2001 auf 3,6 Prozent im Juni 2002, bei den Frauen erhöhte sich die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum von 4,3 auf 4,8 Prozent.

Nach wie vor hoch blieb der Anteil Arbeitsloser unter den Jugendlichen unter 25 Jahren mit 16,7 Prozent in der Eurozone und 15,5 Prozent in der EU-15 im Juni. Im Vergleichsmonat des Vorjahres war sie bei 15,7 bzw. 14,6 Prozent gelegen. Am besten schnitten die Niederlande mit 6 Prozent ab, am schlechtesten die Spanier mit 22,5 Prozent im Juni. In Österreich wurden 6,9 Prozent arbeitslose Jugendliche registriert. Europa hinkt weit hinter den USA und Japan hinterher. In den USA lag die Arbeitslosenquote bei 5,9 Prozent, in Japan bei 5,4 Prozent.

6.8.2002 12:39