US-Bürger wollen Staatshilfe für Bahngesellschaft
- Amtrak ist angeschlagen

Die Mehrheit der US-Amerikaner spricht sich für die weitere finanzielle Unterstützung der angeschlagenen Bahngesellschaft Amtrak aus, ein beträchtlicher Teil fordert sogar eine Ausweitung der Subventionen. Dies geht aus einer Ende Juli durchgeführten Umfrage hervor, die die "Washington Post" am Montag veröffentlicht hat.
Amtrak hatte wegen hoher Verluste Ende Juni mit einer Betriebseinstellung gedroht, mit staatlicher Hilfe konnte die Fortführung des Betriebs zumindest für einige Monate gesichert werden.
Die "Bahnfahrer" bzw. die Unterstützer der Eisenbahn finden sich besonders in der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen sowie bei den Demokraten. Doch auch bei den Republikanern, die sich traditionell eher gegen staatliche Eingriffe in die Wirtschaft wenden, findet sich noch eine Mehrheit, die den Fortbestand der Bahngesellschaft mit öffentlicher Hilfe sicherstellen will.
Insgesamt treten sieben Prozent der Befragten dafür ein, die Förderungen konstant zu halten, 49 Prozent treten sogar für stärkere finanzielle Förderung von Amtrak ein. 31 Prozent favorisieren Kürzungen oder die Streichung der Unterstützung und 13 Prozent hatten keine Meinung. Befragt wurden vom 26. bis 30. Juli 1.012 US-Amerikaner, die Fehlerquote liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten.
Die Eisenbahngesellschaft hat im vergangenen Finanzjahr rund 1,1 Mrd. Dollar (1,118 Mrd. Euro) Verlust gemacht. Die US-Regierung will das Unternehmen mit Krediten in Höhe von 521 Mill. Dollar unterstützen, das ist nur rund die Hälfte des von Amtrak geforderten Betrags.
Amtrak war in den vergangenen Tagen nicht nur durch rote Zahlen, sondern durch zwei Unglücksfälle in die Schlagzeilen gekommen. Ende Juli war ein aus Chicago kommender Zug kurz vor Washington DC entgleist, dabei wurden rund 100 Personen teils schwer verletzt. In einem Pendlerzug nach Boston im US-Bundesstaat Massachusetts hatte ein Mann einen Herzanfall erlitten, das Zugspersonal wich aber nicht vom Fahrplan ab und hielt an zwei Stationen, bevor der Mann an der dritten Station an eine Ambulanz übergeben wurde. Er verstarb anschließend im Krankenhaus. Zwei Amtrak-Mitarbeiter wurden daraufhin suspendiert.

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