Bei Bleiberg herrscht nun "Jetzt-erst-recht"-Stimmung
- Kärntner laufen mit "Gerechtigkeit im Sport?"-Aufdruck ein
- Von der Tabellenspitze auf den letzten Platz zurückversetzt
·Erste Liga
Zuschaueranstieg von 17 Prozent
Wegen des Einsatzes von Newton Ben Katanha mit einem abgelaufenen Spielerpass werden Bei Bleiberg zwölf Punkte abgezogen. Der Klubvorstand hat sich nach der Entscheidung des Bundesliga-Protestkomitees am Mittwochabend nach einigen Diskussionen auf eine einheitliche weitere Vorgangsweise geeinigt. "Die Burschen sind voll motiviert nach Untersiebenbrunn gefahren und wir gehen nach dem Motto: Jetzt erst recht an die Sache heran", meinte Manager Gerhard Kandolf.
Grundsätzlich wolle der Verein nun in einer dritten Instanz das ständig neutrale Schiedsgericht anrufen. "Wir müssen noch das schriftliche Urteil der Bundesliga abwarten, aber wir haben acht Wochen Zeit für einen Einspruch." Erst danach will man über weitere Maßnahmen in Richtung Zivilklage nachdenken.
"Gerechtigkeit im Sport?"
Die Kärntner haben in einer kurzfristigen Aktion besondere Leibchen drucken lassen: Das Team von Helmut Baic wird mit dem Aufdruck "Gerechtigkeit im Sport?" und einem Trauerflor einlaufen. "Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass das für den Sport eine tödliche Entscheidung war", meinte Kandolf. Intern habe man sehr wohl diskutiert, sich am Freitagabend beim SC Interwetten.com eventuell mit 0:30 abschießen zu lassen, oder überhaupt nicht anzutreten. Doch man habe sich für die sportliche Lösung entschieden.
Präzedenzfall entdeckt
Bad Bleiberg hat nach Meinung der Offiziellen auch einen Präzedenzfall entdeckt, der dieses Urteil anfechtbar machen lässt: Beim Vorarlberger Regionalligisten BW Feldkirch ist der Leih-Spieler Gerd Zöhrer in der Sommerübertrittszeit 2000 verpflichtet worden und hat die gesamte Saison 2000/2001 ohne Anmeldung gespielt. Feldkirch kam damals mit einer 20.000-S-Strafe davon.
Stellungnahme des Bundesliga-Vorstands
Zum "Fall Bad Bleiberg" meldete sich am Donnerstag auch Bundesliga-Vorstand Thomas Kornhoff zu Wort. In einer schriftlichen Stellungnahme hieß es u.a.: "Persönlich und aus Sicht des SEZ BSV Bad Bleiberg bedaure ich diese Entscheidungen. Die Bundesliga ist jedoch an die Bestimmungen des ÖFB und die Entscheidungen der unabhängigen Gremien gebunden. Diese Gremien haben die Aufgabe, im Interesse aller 20 Klubs der Bundesliga, auf die Einhaltung der gemeinsamen Regeln zu achten. Versuche der Geschäftsführung hier Einfluss zu nehmen oder derartige Entscheidungen zu ignorieren, würden weder von den Mitgliedern der Bundesliga noch von der Öffentlichkeit gutgeheißen werden.
In Zukunft besser machen
Natürlich hat auch die Bundesliga aus diesem Fall für die Zukunft ihre Lehren zu ziehen: Es müssen alle Kontrollinstanzen noch intensiver prüfen und es müssen gemeinsam mit dem ÖFB die Meisterschaftsregeln überarbeitet und betreffend Strafverifizierung und Beglaubigung geändert werden - kein Trost für Bad Bleiberg, aber der Versuch es zukünftig besser machen zu wollen."
Michael Schumacher18:02
"Der alte Hund"Niki Lauda zog seine rote Kappe vor dem Deutschen. Seine Pole fand er "sensationell".
Fußball Nationalteam18:03
Der ÖFB-TrainingsalltagEin "24-Stunden-Job" für Teamchef Marcel Koller. Klein schießt Zuschauer k.o.
