Nachbagauer nicht mehr Bundesliga-Vorstand
- "Vertrauensbasis hat gefehlt"
- Neun-plus-Neun-Regelung gilt weiterhin

Reinhard Nachbagauer ist nicht mehr Vorstand der österreichischen Fußball-Bundesliga. In der Aufsichtsrats- und Präsidentenkonferenzsitzung unter Präsident Frank Stronach wurde nach längerer Diskussion die Trennung von dem Steirer beschlossen. "Wegen Kommunikationsschwierigkeiten", wie es offiziell hieß. Dem vor kurzem als zweiter Vorstand installierten Thomas Kornhoff wird nach einer Ausschreibung ein zweiter zur Seite gestellt werden. Nachbagauer arbeitete seit 1979 mit einer kurzen Unterbrechung in der Bundesiga.
Reinhard Nachbagauer wollte zu dem (zwangsweisen) Abschied von der Bundesliga nicht allzu viel sagen. "Man hat mir mitgeteilt, dass man sich von mir einvernehmlich, mit sofortiger Wirkung, trennen will. Ich habe auch mit Frank (Stronach) kurz gesprochen, er hat das damit begründet, dass nun die Vertrauensbasis fehle. Die Trennung ist daher auch in meinem Interesse", sagte der 45-jährige gebürtige Steirer aus Jonsbach im Gesäuse.
Kompetenzüberschreitung
Die Bestellung von Kornhoff als gleichberechtigtem zweiten Vorstand mit Julibeginn hatte bereits das mögliche Ende der Arbeits-Beziehungen anklingen lassen. Vorausgegangen war die (Lizenz)Geschichte mit dem hoch verschuldeten und daher auch nicht mehr bundesliga-tauglichen Meister aus Tirol gewesen, wobei man Nachbagauer bei der Handhabung der Angelegenheit Kompetenzüberschreitung (wie er selbst meinte) vorgeworfen hatte.
"Willst du mich loswerden?"
Er hatte schon bei der Bestellung von Kornhoff dem Bundesliga-Präsidenten die Vertrauensfrage ("Willst du mich loswerden") gestellt, "offensichtlich gab es damals aber noch keine Mehrheit gegen mich im Aufsichtsrat", glaubt der nunmehrige Ex-Vorstand, der noch einen Vertrag bis Februar 2003 gehabt hätte. Stronach hatte damals noch gesagt: "Ich habe großen Respekt vor Reinhard, ich will auch in Zukunft mit ihm zusammen arbeiten." Die Zukunft dauerte einen guten Monat.
Ex-Vorstand möchte Fußball erhalten bleiben
Nachbagauer gehörte ab 2. Jänner 1979 der Bundesliga an, von 1982 bis Ende 1998 als Liga-Sekretär. Nach einer freiwilligen Auszeit (noch unter Bundesliga-Präsident Gerhard Skoff) von wenigen Monaten wurde er von dessen Nachfolger Frank Stronach im Februar 1999 als nunmehriger Vorstand wieder installiert. "Ich werde nun einige Tage Urlaub machen, über das Ganze nachdenken", so Nachbagauer, der dem Fußball ("nahe liegend bei meinem Wissen") in der einen oder anderen Form wohl erhalten bleiben werden sollte.
"Neun-plus-Neun-Regelung" bleibt
Was die "Neun-plus-Neun-Regelung" im Oberhaus betrifft, auf dem Blankett müssen je neun Österreicher und Ausländer aufscheinen, so gilt sie gemäß einem Erlass des Bundesministeriums (Sport) auch für die laufende Saison. Sanktionen sind zwar bei Nichteinhaltung durch die Bundesliga keine vorgesehen, sie will aber im umgekehrten Fall durch eine Art Belohnung (Prämien aus einem Topf) für Anreize sorgen. "Fast alle haben dem Gentlemen's Agreement zugestimmt". Das fast bezieht sich auf Sturm-Präsident Hannes Kartnig, dessen Klub ja permanent mehr Aus- als Inländer zum Zug kommen lässt.
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