Sommer-Grand-Prix der Skispringer steht vor der Tür
- Erster Bewerb am Samstag in Hinterzarten
- Horngacher fühlt sich in neuer Co-Trainer-Rolle wohl

Österreichs Skispringer stecken mitten in den Vorbereitungen zum ersten Kräftemessen vor der WM-Saison. Der Sommer-Grand-Prix ist traditionell ein wichtiger Gradmesser für die Wintersaison, die ÖSV-Asse bereiten sich derzeit in Stams auf den ersten Bewerb am Samstag in Hinterzarten vor. Mit von der Partie, allerdings in neuer Rolle, ist auch Stefan Horngacher. Der Mannschafts-Weltmeister von 2001 hat die Seiten gewechselt und ist Co-Trainer von Neo-Chefcoach Hannu Lepistö.
"Mir gehts gut, die neue Rolle taugt mir total", berichtete Horngacher am Dienstag gegenüber der APA, immer wieder unterbrochen von Anweisungen an seine früheren Teamkollegen. Der Tiroler stand in Stams an jener Schanze, die er selbst unzählige Male herunter gesprungen ist. Der neue Chefcoach und Nachfolger von Toni Innauer, Hannu Lepistö, wurde noch am Dienstag zurück aus Finnland erwartet. Andreas Widhölzl, Martin Höllwarth und Co. waren vergangene Woche in Ruka, Lepistö hat den Trip ein wenig verlängert.
"Es ist sehr gut gegangen. Der Swider war sehr gut und auch Martin Koch war sehr stark", berichtete der "Steff" vom Training auf der derzeit größten Mattenanlage überhaupt (Sprünge bis zu 145 m sind dort möglich). Mittlerweile kennt man im Team freilich auch die Handschrift des erfahrenen Lepistö. "Er ist ein sehr ruhiger Trainer, der aber sicher auch eine gewisse Härte hat. Er bricht nichts über das Knie. Mich lässt er viel machen und gibt mir viel Vertrauen", beschreibt Horngacher den Finnen. Neue Trainingsmethoden gibt es nicht, man geht im ÖSV-Team weiter den "klassischen Weg des Skisprungtrainings" (Horngacher).
In Sachen Material sind die Skitests so weit abgeschlossen, die besten Leute bleiben bei ihren Skifirmen. Lediglich Stefan Thurnbichler (früher Fischer) und Bernhard Metzler (früher Blizzard) wechseln zum neuen Pool-Mitglied Rossignol. Die Skispringer müssen sich mittlerweile wieder an etwas weniger Widerstand in der Luft gewöhnen, denn das Regulativ bei den Anzügen wurde wieder etwas geändert. "Die Übergrößen sind von acht auf sechs Zentimeter reduziert worden", erklärt Horngacher, der aber nicht glaubt, dass es in der Zukunft einmal ganz eng anliegende Anzüge geben wird. Diesbezügliche Tests in Villach seien auch eher schlecht verlaufen.
Der ÖSV wird beim am Samstag und Sonntag (jeweils ab 13:00) in Hinterzarten beginnenden Sommer-Grand-Prix mit acht Mann vertreten sein. Zusätzlich zum "Stamm" mit Widhölzl, Höllwarth, Andreas Goldberger, Koch und Wolfgang Loitzl werden Thurnbichler, Metzler und Balthasar Schneider dabei sein. Schon am darauf folgenden Mittwoch geht es in Courchevel (16:55) weiter, danach stehen Lahti (6.9./20:00 bzw. 7.9./14:00) und zum Abschluss der Bergisel in Innsbruck am 14. September (14:30) auf dem Programm. Innsbruck hatte um Terminverschiebung gebeten, da derzeit noch die letzten Arbeiten im Auslaufbereich gemacht werden. Beim Sommer-GP-Finale soll die Anlage offiziell eröffnet werden.
