Karin Mayr: Bis zu acht Auftritte in bei EM in München
- Über 200 m realistische Chancen auf eine Medaille
- Im 100 m-Semifinale ausgeschieden
Österreichs Sprint-Medaillenhoffnung Karin Mayr ist bei den 18. Leichtathletik-Europameisterschaften in München mehr als ausgelastet. Läuft es nach den Vorstellungen der ÖLV-Rekordlerin, dann ist die 31-jährige Hallen-Vize-Europameisterin bis zum Schlusstag jeden Tag zumindest ein Mal im Einsatz, da sie nach dem Kurzsprint auch noch über 200 m (ab Donnerstag) sowie mit der Staffel über 4 x 100 m (Samstag) antritt.
"Das wär' nicht schlecht, wenn ich jeden Tag im Olympiastadion in Aktion zu sehen bin", meinte Mayr, die keinerlei Erwartungsdruck verspürt, weil sie nach der Absage von 800-m-Vizeweltmeisterin Stephanie Graf die einzige Frau im ÖLV-Team mit einer Chance auf Edelmetall ist. "Ich freue mich auf die EM und lasse mich überhaupt nicht unter Druck setzen. Mein Ziel ist es, sowohl über 100 als auch über 200 m das Finale zu erreichen, und am Ende werden wir ja sehen, was dann in den Endläufen rauskommt." Mit dem 100 m-Finale ist es allerdings nichts geworden. Mayr schied im Semifinale aus.
Medaillenanwärterin über 200 m
Hätte man der Niederösterreicherin vor einem Jahr prophezeit, dass sie vor allem über 200 m mit ihrem ÖLV-Rekord von 22,70 Sekunden als Nummer zwei der Nennliste zum engsten Kreis der Medaillenkandidatinnen bei der EM zählt, dann hätte sie dies, wie sie heute selbst zugibt, "nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln" quittiert. Bei der WM in Edmonton hatte die Hallen-WM-Neunte von Lissabon nämlich den bisher schlimmsten Moment ihrer Karriere zu überstehen, als sie in 24,38 Sekunden über 200 m bereits im Vorlauf sang- und klanglos ausgeschieden und nicht über Rang 32 unter 38 Sprinterinnen hinausgekommen war.
Vor einem Jahr war Mayr am Tiefpunkt
"Ich habe damals voll versagt", erinnert sich Mayr, die in Kanada lediglich Hobby-Athletinnen aus Saint Vincent, Dominica, Papua Neuguinea, Sierra Leone und Kiribati hinter sich gelassen hatte. Grund für diesen Tiefpunkt war eine katastrophale Vorbereitung gewesen, als Konsequenz des Versagens war sogar die Trennung von ihrem Trainer Walter Hable kurzzeitig im Raum gestanden. Mayr entschied sich schließlich doch für die weitere Zusammenarbeit mit dem Sportwissenschaftler und holte unter seiner Regie bei der Hallen-Heim-EM in Wien hinter der Französin Muriel Hurtis, über die auch in München der Sieg führt, Silber über 200 m, während sie über 60 m nur um den Wimpernschlag von fünf Tausendstelsekunden an Bronze vorbeischrammte.
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