USA fordern Atom-Inspektionen für Nordkorea
- Baubeginn der westlich finanzierten Leichtwasser-Reaktoren

Die USA haben Nordkorea zur Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) aufgerufen. Bei einer Zeremonie zum Baubeginn eines Atomreaktors in Nordkorea hat der US-Sondergesandte Charles Pritchard das ostasiatische Land am Mittwoch aufgefordert, ab sofort neue Inspektionen der IAEO zuzulassen. Der Erfolg des internationalen Reaktorprojekts in Kumho hänge von Nordkoreas Kooperation mit der Atomenergie-Organisation ab.
Nordkorea hat eine entsprechende Zusammenarbeit bereits versprochen - wohl unter dem Eindruck der Kriegsvorbereitungen gegen den Irak, der wie Nordkorea von US-Präsident Bush als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet wurde.
In Kumho an der nordkoreanischen Ostküste werden mit internationaler Hilfe zwei Leichtwasser-Reaktoren gebaut. Arbeiter in der abgelegenen Küstenregion gossen den ersten Beton für das Reaktorfundament. Das Milliardenprojekt wird von dem internationalen Konsortium KEDO unter der Führung der USA, Südkoreas und Japans finanziert.
Nach Einschätzung der USA und Südkoreas hatte Nordkorea in seinen alten Kernkraftwerken sowjetischer Bauart ausreichend atomwaffentaugliches Material zum Bau von mindestens einer Atombombe hergestellt. Die IAEO will nun Nordkoreas Angaben über die Menge seines produzierten Plutoniums überprüfen. Pjöngjang hatte 1994 zugesagt, sein umstrittenes Atomprogramm einzufrieren. Als Gegenleistung wurden dem Land zur Sicherung seines Energiebedarfs die beiden Leichtwasser-Reaktoren zugesichert, die alte Anlagen ersetzen sollten.
Die IAEO werde mindestens drei bis vier Jahre benötigen, um die nordkoreanischen Angaben zu überprüfen, sagte Pritchard. "Das bedeutet, Nordkorea muss jetzt eine sinnvolle Zusammenarbeit mit der IAEO starten." Mitte des Jahres 2005 sollen die ersten wichtigen Nuklearkomponenten für das 4,6 Milliarden Dollar (4,75 Milliarden Euro) teure Kraftwerk geliefert werden. Die Grundsteinlegung für das Projekt war bereits 1997. Der Bau hatte sich durch politische Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und Finanzierungsprobleme immer wieder hinausgezögert.
Die Zeremonie fiel in eine Phase neuer Entspannungsbemühungen zwischen Süd- und Nordkorea. Fünf Wochen nach dem blutigen innerkoreanischen Seegefecht im Gelben Meer hatten sich am vergangenen Wochenende beide Seiten auf eine neue Ministerrunde geeinigt. Zudem hat Nordkorea kürzlich seine Bereitschaft signalisiert, den Dialog mit den USA und Japan wieder aufzunehmen.
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