Frankreich sagt Weltausstellung 2004 bei Paris ab
- Raffarin nennt finanzielle Gründe

Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin hat die 2004 in Dugny bei Paris geplante Weltausstellung abgesagt. Wie es am Mittwochabend aus Regierungskreisen hieß, hätten vor allem finanzielle Gründe zu der Entscheidung geführt. Außerdem gebe es organisatorische Probleme und geringes Interesse auf Seiten der ausländischen Partner.
Nicht einmal zehn Länder hätten ihr Interesse an einer Beteiligung bekundet, hieß es.
Catherine Trautmann, Kulturministerin der früheren Regierung und Generalsekretärin der Expo, hatte die architektonischen Planungen am 25. Juni vorgestellt. Die Ausstellung sollte von Mai bis August 2004 stattfinden und rund 395 Millionen Euro kosten.
Französische Oppositionspolitiker haben die Absage der Expo scharf kritisiert und Premierminister Raffarin Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Es handle sich um eine rein politisch motivierte Entscheidung, die der betroffenen Region schweren Schaden zufüge, sagte Jean-Paul Huchon von der Sozialistischen Partei (PS).
Jean-Christophe Lagarde von der rechtsliberalen UDF forderte Schadenersatz für das betroffene Département Seine-Saint-Denis. Die Absage sei ein harter Schlag für Tourismus, Wirtschaft und Kultur in der Region.
Weltausstellungen werden seit 1851 (London) in unregelmäßiger Folge an wechselnden Orten ausgerichtet. Für die Vergabe der prestigeträchtigen - von den Nationen als Schaufenster zur Welt genutzten - Veranstaltungen ist das 1928 geschaffene Internationale Ausstellungsbüro in Paris zuständig.
Auch eine von Budapest und Wien gemeinsam geplante Expo wurde seinerzeit abgesagt - ebenfalls aus finanziellen Gründen. Die erste Expo in Österreich fand schon 1907 statt!
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