Anthrax: Verdacht gegen US-Wissenschaftler verstärkt
- Spürhunde bei Hausdurchsuchung "durchgedreht"
Der Verdacht gegen einen US-Wissenschaftler als Urheber der Anschläge mit Anthrax-Briefen in den USA im vergangenen Jahr hat sich verstärkt. Bei der Durchsuchung eines Appartements des 48-jährigen Steven Hatfill hätten speziell trainierte Spürhunde heftig angeschlagen, berichtete das Nachrichtenmagazin "Newsweek" in seiner Montagsausgabe. "Die sind durchgedreht", zitierte das Magazin einen Polizeibeamten.
Die Hunde hatten zunächst an den Anthrax-Briefen geschnüffelt, die an die Senatoren Tom Daschle und Patrick Leahy geschickt worden waren. Dann wurden sie nach Angaben der Zeitschrift bei mehreren Hausdurchsuchungen mitgenommen. Erst in der Wohnung von Hatfill hätten sie plötzlich wie wild gebellt. Auch im Appartement seiner Freundin hätten die Hunde reagiert, hieß es weiter.
Beamte der US-Bundespolizei FBI hatten vor einer Woche zum zweiten Mal die Wohnung Hatfills durchsucht. Nach Angaben des Senders CNN wird der einstige Forscher an einem Biowaffen-Labor der US-Streitkräfte inzwischen vom FBI als "potenzieller" Verdächtiger betrachtet. Im Herbst hatten Briefe mit Milzbrandsporen an Medien und Politiker die Terrorfurcht in den USA nach den Anschlägen vom 11. September erheblich verstärkt. Fünf Menschen starben, 13 weitere infizierten sich.
