Sonntag, 11. August 2002

Jörg Haider will sich bei NR-Wahlkampf heraus halten

  • Bei Schlappe sollen sich die Verantwortlichen "vertschüssen"

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider will sich am Nationalratswahlkampf nicht beteiligen: "Einen Wahlkampf außerhalb von Kärnten wird es von mir nicht geben", meinte das "einfache Parteimitglied" in den Medien. Und weiter: "Es geht um Riess-Passers Profil und nicht um meines. Sie gibt Tempo und Themen vor und muss sich als Kanzlerkandidatin ein persönliches Programm geben. Ich werde da nicht herumg'schafteln."

"Die bisherige Arbeitsteilung gibt es nicht mehr, dass die Regierung das vornehme Oberhaus spielt und die Kanalräumerbrigade die Schmutzarbeit macht." Bis 2003 fühle er sich verantwortlich, dass das, womit er im Wahlkampf 1999 - damals noch als Parteiobmann - angetreten sei, umgesetzt werde.

Er habe "15 Jahre aus dem Koffer gelebt und angeboten, das noch ein weiteres Jahr zu tun", so Haider. "Ich wollte die Partei führen, um die Vizekanzlerin zu entlasten. Ich hätte als Parteichef zum Beispiel den Fall Gaugg anders gehandhabt. Sie aber wollte das nicht. Jetzt müssen eben die anderen aus dem Koffer leben und sich selbst um die Wähler bemühen."

Wenn er wirklich Obmann werden wollte, würde er nicht fragen, sondern einfach kandidieren. "Eine Mehrheit wäre mir sicher", ergänzte der Kärntner Landeshauptmann.

Ziel der FPÖ bei den Nationalratswahlen seien "25 Prozent plus", sagte Haider. Das sei machbar. Gelingen müsse eine Mehrheit von FPÖ und ÖVP. "Wenn es ganz schlecht ausgeht und die FPÖ aus der Regierung fliegt, erwarte ich, dass sich die Verantwortlichen vertschüssen, weil sie gescheitert wären", so der Altparteiobmann. Dann wäre eine völlige Neukonstruktion der FPÖ erforderlich. "Ich selbst hänge 2004 noch eine Periode in Kärnten an."

Auf die Frage ob er 2004 für das EU-Parlament kandidieren werde, sagte Haider: "Das weiß ich noch nicht. Aber ich werde mich weiterhin mit meinen Freunden von Lega Nord, Vlaams Blok und den anderen treffen." Das sei wichtig. "Da rotten sich keine üblen Rechten zusammen, sondern die Erben der klassischen Sozialdemokratie in Europa, die gegen Lohndumping und Globalisierung auftreten. Bis 2003 bleibe ich Fraktionssprecher der alten Sozialdemokratie in der FPÖ", formulierte Haider.

11.8.2002 13:09