Aufräumarbeiten in Oberösterreich gehen zügig voran
- Aber: Nun bedroht das Grundwasser zahlreiche Keller!
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"Die gröbste Dreckarbeit ist vorbei" - so schilderten die Einsatzkräfte am Montag die Situation in Oberösterreich nach dem Hochwasser. Bald vierzehn Tage nach der ersten Flutwelle hat sich die Lage zwar leicht entspannt, aber es war überall spürbar, dass der Weg zurück zur Normalität ein sehr langer sein wird. Schwer geprüft wird die niederösterreichische Gemeinde Grafenwörth: Dort steht das Wasser noch immer. Und auch andernorts gibt es nun eine neue Bedrohung: das Grundwasser.
Die gröbsten Aufräumungs-Arbeiten sind getan, doch noch längst nicht alle akuten Probleme gelöst: So gestaltete sich am Montag die Situation in den vom Hochwasser der vergangenen Tage betroffenen Regionen in Österreich. Die Bundesregierung ging von rund 10.000 Häusern aus, die "schwerst beschädigt" worden sind. Allein in Niederösterreich waren weiterhin rund 7.000 Hilfskräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bundesheer im Einsatz.
"Gröbste Dreckarbeit getan"
In Oberösterreich war nach Auskunft der Einsatzkräfte am Montag "die gröbste Dreckarbeit getan". Ein Ende der Aufräumungsarbeiten war aber noch lange nicht abzusehen, zumal das Wasser noch immer nicht überall weg war. Die Feuerwehr war am Montag noch mit rund 600 Mann, das Bundesheer mit 4.000 Soldaten im Einsatz, vor allem in den Bezirken Urfahr-Umgebung, Linz-Land, Perg, Steyr-Land sowie in der Stadt Steyr.
Einen Zwischenfall bei den Aufräumungsarbeiten meldete das Bundesheer. Zwölf Soldaten, die bei der Beseitigung von Hochwasserschäden in einem Baumarkt in Ansfelden bei Linz eingesetzt waren, zeigten Anzeichen von Übelkeit. Die Ursache waren Dämpfe, die aus aufgeweichten Düngemitteln und Tiernahrung stammten. Die Arbeiten konnten unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen fortgesetzt werden.
Grundwasser bedroht nun Keller
Manche Wiener laufen Gefahr, ein weiteres Mal nasse Füße zu bekommen. Denn mit dem Absinken des Donaupegels steigt der Grundwasserspiegel, sagte Christoph Langthaler von der MA 45 (Wasserbau) am Montag zur APA: "Heute oder morgen kann es vorkommen, das einige Keller nass werden." Langthaler gab auch eine erste Schätzung ab, wie viel das Donauhochwasser die Stadt Wien kosten wird: "Unter 1,5 Millionen Euro werden wir nicht davonkommen."
Steigendes Grundwasser werde vor allem in Simmering, in der Donaustadt, in Floridsdorf und im Bereich des Lobau-Rückstaus zu erwarten sein, so Langthaler. Er empfahl, Keller in diesen Gebieten zu räumen. Die Überschwemmungen durch Grundwasser seien im Vergleich zum Hochwasser aber nicht so tragisch, so der Wasserexperte: "Hier handelt es sich um sauberes Wasser, Schäden durch Schlamm wird es keine geben."
Grafenwörth noch immer unter Wasser
Ganz besonders viel Geduld und Durchhaltevermögen wurde nach wie vor der Bevölkerung in Grafenwörth (Bezirk Tulln) in Niederösterreich abverlangt. Denn die Gemeinde liegt genau im Mündungsgebiet des Kamp in die Donau und zählte noch heute, Montag, zu den letzten vom Hochwasser betroffenen Regionen in Niederösterreich. "Seit Sonntagnachmittag sinkt der Wasserspiegel im Ort, die Dammbrüche sind geschlossen, die Situation bessert sich", freute sich Bürgermeister Alfred Riedl (ÖVP).
Überaus dramatisch war die Situation in der Katastralgemeinde St. Johann. "Zuerst freuten sich die Menschen, wieder in ihre Häuser zurückkehren zu dürfen, doch dann hat sich schnell Ernüchterung, Frust und Verzweiflung eingestellt", berichtete Riedl. Bisher wurden fünf Häuser als einsturzgefährdet registriert, doch eine deutliche Steigerung der Zahlen war zu befürchten.
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