Strasser: Haiders Auslandsreisen "nicht hilfreich"
- Innenminister: Kontakte wie mit "Vlaams Blok" schaden
- Abfangjäger-Volksbegehren: Macht "nachdenklich"

Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) kritisiert in einem Interview für die "ZiB3" die außenpolitischen Reisen von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) u.a. in den Irak. Diese seien "natürlich politisch nicht hilfreich", so Strasser in einem Vorausbericht Dienstag abend.
Er bemühe sich im Rahmen der internationalen Kontakte um eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten. "Wir bemühen uns sehr in Europa, unsere notwendigen Forderungen für mehr Sicherheit im Zusammenwirken der europäischen Mitgliedsländer weiter zu bringen.
Da schaden natürlich solche Kontakte, auch wenn sie privater Natur sind, weil sie ein Bild auf die Landschaft Österreichs werfen, und einen Lichtstrahl, der nicht stimmt", sagte Strasser.
"Nachdenklich" wegen Abfangjägern
Innenminister Ernst Strasser wurde durch die hohe Beteiligung am Anti-Abfangjäger-Volksbegehren "überrascht und nachdenklich gemacht". In der "Sommergespräch"-Reihe der "ZIB3" meinte Strasser am Dienstag, das "sehr beachtliche Ergebnis sollte man sich genau anschauen", vor allem, was die Beweggründe der Unterzeichner betreffe. Von konkreten Konsequenzen aus dem Votum sprach Strasser nicht.
Kritik an Sparplänen
Einmal mehr kritisierte der Innenminister die Sparpläne von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, was sein Ressort betrifft. Der vorliegende Beamtenentwurf habe ihn "mehr als betroffen gemacht", erklärte Strasser und wies darauf hin, dass seiner Rechnung nach "bis zur letzten Konsequenz durchgedacht" damit im Sicherheitsbereich erstmals mehr Personal abgebaut werden müßte, als das durch natürlichen Abgang der Fall wäre. "Das bedeutet, wir müßten Beamte und Vertragsbedienstete kündigen", meinte Strasser und glaubt, "dass das niemand will".
