Trockenes Österreich: Seen fehlen 80 Mrd. Liter Wasser
- Am stärksten betroffen ist der Neusiedler See
Trockenes Österreich: Den heimischen Seen fehlen heuer 80 Millionen Kubikmeter Wasser - also die unvorstellbare Menge von 80 Milliarden Liter. Schuld sind die insgesamt geringen Niederschläge der vergangenen Monate. Besonders betroffen ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums der Neusiedler See: Dort liegt der Wasserstand 20 bis 25 Zentimeter unter dem Durchschnittswert.
Wasser fehlt im Westen wie im Osten: Nach dem Neusiedler See ist der Mangel im Bodensee laut Ministerium am stärksten: Ihm fehlen rund 60 Zentimeter zum langjährigen Juli-Mittelwert; weiters dem Mattsee und dem Zellersee 19 Zentimeter und dem Ossiacher See 16 Zentimeter. Beim Neusiedler See fällt das im Vergleich zum Bodensee geringere "Minus" deshalb so schwer ins Gewicht, weil er auch in normalen Zeiten "seicht" ist.
Am größten Steppensee Mitteleuropas wurden ähnlich geringe Werte wie heuer in den Jahren 1971, 1974, 1978, 1983, 1984, 1985 und 1990 gemessen. Der bisher niedrigste mittlere Wasserstand von 115,17 Meter über Adria wurde im September 1990 beobachtet. Experten rechnen, dass der See in den nächsten Wochen einen neuen Niedrigstwasserstand des heurigen Jahres erreichen wird: Kommt kein ergiebiger Regen, könne der Pegel durch Verdunstung um bis zu 0,5 Zentimeter pro Tag weiter sinken.
Der Bodensee: Sein Wasserstand befindet sich derzeit auf einer Höhe von 375 Zentimetern über dem Pegelnullpunkt, rund 60 Zentimeter unter dem langjährigen Juli-Mittelwert bzw. 60 Zentimeter über dem niedrigsten im Juli gemessenen Tagesmittelwert.
Kärntner Seen: Die Situation von Wörthersee, Millstätter See, Ossiacher- und Weißensee hat sich laut Landwirtschaftsministeriums seit dem Frühjahr verbessert, weil Niederschläge im Juni und Juli die Wasserstände in den Bereich der Juli-Mittelwerte angehoben haben. Dem Ossiacher See fehlen 16 Zentimeter zum Juli-Mittelwert, dem Weißensee zwei Zentimeter.
Seen im Salzkammergut: Hier ist die Situation ähnlich wie in Kärnten. Die Wasserstände liegen jetzt im Bereich der mittleren Juliwasserstände bzw. etwas darunter. Dem Mondsee und dem Grundlsee fehlen etwa neun Zentimeter, Attersee, Fuschlsee und Traunsee befinden sich auf Niveau des Juli-Mittelwertes.
Die Seen im weiteren Voralpengebiet weisen etwas größere Differenzen zum Mittelwert auf: der Mattsee und der Zeller See sind 19 Zentimeter "im Minus", der Obertrumer See zwölf Zentimeter, der dem Wallersee acht Zentimeter. Die Wasserstände liegen aber, mit Ausnahme des Zeller Sees, etwa 20 bis 40 Zentimeter über den niedrigsten im Juli gemessenen Wasserständen, beim Pegel des Zeller Sees sind es nur noch sechs Zentimeter über dem kleinsten in den vergangenen 25 Jahren beobachteten Juli-Wasserstand.
