Samstag, 3. August 2002

Personalabbau bei VA Tech höher als befürchtet

  • Mehr als 800 statt bisher geplanter 700 Stellen fallen weg
  • Weiterhin kein strategischer Partner in Sicht

Der börsenotierte Linzer Technologiekonzern VA Tech muss laut einem Zeitungsbericht den Sparstift nochmals spitzen, um 2003 in die Gewinnzone zurückzukehren. Allein heuer würden mehr als 800 Stellen gestrichen und damit deutlich mehr als zum Jahreswechsel 2001/02, als von höchstens 700 Stellen die Rede war.

Das schreibt der "Standard" in seiner Wochenend-Ausgabe. Die meisten Jobs sollen beim Sorgenkind Nummer 1, der Metallurgie-Tochter VAI in Linz, abgebaut werden.

"Ziel ist es, bis Jahresende knapp unter 18.000 Beschäftigte zu kommen. Das geht nur über Produktivitätssteigerungen in allen Geschäftsbereichen", zitiert das Blatt Konzernchef Erich Becker. 1999 habe der Personalstand noch fast 22.000 Mitarbeiter bei einem Konzern-Auftragsstand von rund 3,5 Mrd. Euro betragen. Heuer werde der Auftragsstand um rund eine Milliarde Euro höher liegen, VA Tech werde aber um 4.000 Leute weniger beschäftigen. Becker laut "Standard": "Wir schrumpfen also nicht gesund, wir schrumpfen nur bei den Beschäftigten."

Die Pleite des deutschen Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig, die VA Tech bei der größten Babcock-Tochter (Babcock Borsig Power) wie berichtet zu einer Beteiligungsabwertung auf Null zwingt, werde den Linzern 2002 unter dem Strich rote Zahlen bescheren, auch wenn das Betriebsergebnis (EBIT) "über dem Vorjahreswert" von 83 Mill. Euro liegen werden, so der "Standard" unter Berufung auf eine Prognose der Bank Austria Creditanstalt Gruppe (BA-CA). BA-CA-Analyst Alfred Reisenberger rechne demnach heuer mit einem drohenden Verlust von bis zu 47 Mill. Euro.

Einen "strategischen Investor, der Metallurgie und Energietechnik unter einem Dach haben will", sieht Becker laut dem Zeitungsbericht "weit und breit" nicht. Die Anteile der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG (24 Prozent) würden daher in der nächsten Legislaturperiode "eher an einen Finanzinvestor verkauft" werden, wie Becker der Zeitung weiter sagte. Der im ÖIAG-Umfeld diskutierten Spaltung des Konzerns in den 75 Prozent-Bereich Energie und den 25 Prozent-Bereich Metallurgie (Industrieanlagenbau) - zur leichteren Verwertung - stehe Becker nach wie vor skeptisch gegenüber, auch wenn er erstmals laut "Standard" einräumte: "Das könnte irgendwann die Lösung sein."

3.8.2002 11:15