Siemens-Betriebsrat: Abbau von 4.700 Jobs droht!
- Mobilfunk- und Netzwerksparte betroffen
- Österreich ist davon nicht betroffen
Der Siemens-Konzern wird voraussichtlich in der unter der Branchenschwäche leidenden Netzwerksparte ICN weitere 4.000 Stellen abbauen. Auch in der Mobilfunksparte steht ein weiterer Jobabbau bevor. In Österreich gebe es derzeit "keine Signale" Richtung Stellenabbau, sagte Siemens Österreich-Sprecher Michael Kochwalter.
In einer Vorankündigung habe der ICN-Vorstand den Betriebsrat über einen weiteren Abbau von 4.000 Stellen informiert, sagte Gesamtbetriebsratchef Ralf Heckmann. Auch in der Mobilfunksparte ICM würden durch die im Mai angekündigte Restrukturierung weitere Arbeitsplätze wegfallen. Den Stellenabbau bezifferte Heckmann auf weniger als 700. "Betriebsbedingte Kündigungen sind bei ICM nicht vorgesehen", fügte er hinzu.
Es gibt noch keine konkreten Beschlüsse
Siemens denke über weitere Kapazitätsanpassungen in der Netzwerksparte ICN und dem Mobilfunkbereich ICM nach, sagte eine Konzern-Sprecherin heute in München. Dies könne auch zu weiterem Stellenabbau führen. Es gebe aber noch keine konkreten Beschlüsse.
Österreich nicht betroffen
In Österreich gebe es derzeit "keine Signale" Richtung Stellenabbau, sagte Siemens Österreich-Sprecher Michael Kochwalter auf APA-Anfrage. Siemens beschäftigt in Österreich in der Netzwerksparte ICN und der Mobilfunksparte ICM rund 2.000 Mitarbeiter.
"FAZ" spricht von 5.000 Kündigungen
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte heute unter Berufung auf Äußerungen von Wolfgang Müller von der IG Metall Bayern berichtet, in der Netzwerksparte sei bis zum Ende des kommenden Geschäftsjahres 2002/2003 (zum 30. September) mit einem Abbau von mindestens 4.000 weiteren Arbeitsplätzen zu rechnen. In der Mobilfunksparte sollten noch einmal "unter 1000" Stellen wegfallen.
Diese Zahlen wollte die Siemens-Sprecherin nicht bestätigten. ICN-Chef Thomas Ganswindt hatte Anfang der Woche auf einer Analystenkonferenz weitere Restrukturierungsmaßnahmen nicht ausgeschlossen. "Wir schauen uns den Markt jedes Quartal neu an und entscheiden über Maßnahmen." Die Notwendigkeit weiterer Kostensenkungen hinge von der Marktentwicklung ab.
30.000 Jobs gehen bei Siemens flöten
Der Siemens-Konzern hat im vergangenen und im laufenden Jahr den Abbau von insgesamt mehr als 30.000 Beschäftigten angekündigt, was etwa sieben Prozent der weltweiten Mitarbeiter entspricht. Erst Ende Juli hatte die Siemens-Sparte Gebäudetechnik erklärt, das Projektgeschäft mit rund 1.300 Mitarbeitern möglich schnell zu verkaufen und weitere 900 Stellen in der Sparte abzubauen.
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