FORMAT: Erfolgreiche Unternehmen in Krisenbrachen
- Erfolgsrezept: Mut zum Anderssein
- Plus: Die erfolgreichsten Firmen zum Durchklicken!
Einzelhandel, Banken, Gastronomie, Autoindustrie: Alle reden von Krise. Es gibt aber auch Unternehmen die in Krisenzeiten erfolgreich wirtschaften. FORMAT hat Firmen ausfindig gemacht, die in sogenannten Krisenbranchen tätig und trotzdem höchst erfolgreich sind.
Das Rezept der Erfolgsfirmen: Sie agieren bewusst anders als ihre Konkurrenten und trotzen dadurch den Unbilden der Konjunktur. Bestes Beispiel dafür: Die Erste Bank. Sie sicherte sich bereits frühzeitig die Kunden, von denen sich andere Geldinstitute keinen großen Ertrag erwarteten. Während andere Banken derzeit straucheln, konnte die Erste Bank Mitte Juli die größte Kapitalerholung über die Bühne bringen, die die Wiener Börse bisher gesehen hat. Aktien im Wert von 642 Mio. Euro wurden angeboten und waren schließlich dreifach überzeichnet.
Simpel aber anders
Geschätsleute aus den diversen Branchen profitieren von ihrem Anderssein. Auch in der Gastronomie, wo Restaurants, Cafés und Cateringunternehmen über Umsatzrückgänge bis zu 30 Prozent klagen. Attila Dogudans Do&Co hingegen rechnet heuer mit einer, gemessen am Branchenschnitt, sensationellen Umsatzsteigerung von 92 auf 100 Millionen Euro. Do&Co ist gezielt gewachsen: Im Eventcatering (Formel 1) ist Dogudan in neue Märkte in England und Deutschland eingedrungen.
Mut zum Anderssein
Wer nicht billiger ist als die Konkurrenz, muß anders sein.
Aktuelles Paradebeispiel für diese Strategie ist der Autokonzern Renault. Statt Autos zu erzeugen, die denen anderer Marken zum Verwechseln ähnlich sehen, wie das deutsche Hersteller derzeit praktizieren, setzen die Franzosen auf innovatives Design. Renault-Österreich-Chef
Alain Schöneborn: „Einen Renault soll man auf den ersten Blick als Renault erkennen.“ In Österreich ist das Konzept
besonders erfolgreich: Während von Jänner bis Mai insgesamt fünf Prozent weniger Autos gekauft wurden, schaffte Renault ein Plus von 3,1 Prozent.
Noch schlimmer als die Autobranche leidet die Werbebranche. „Die klassische Werbung steckt in ernsten Problemen“, meint Gernot Friedhuber, Boss und Eigen-
tümer der Agentur Grace. Er setzt deshalb voll auf den Wachstumsmarkt Productplacement. Seine Wiener Agentur
(mit Dependance in den USA) sorgte unter anderem dafür, dass die „Men in Black“ Ray-Ban-Brillen trugen, und or-
ganisiert für Red Bull den Stunt Award.
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