CyberTron: 80 % der Beschäftigten müssen gehen!
- Schulden belaufen sich auf 61 Mio. Euro
- Liquidität ist durch CA-Kredit gesichert
·Telefon-Streit
Cybertron wehrt sich gegen TA
Vom insolventen Wiener Telekombetreiber CyberTron wird künftig nicht viel übrig bleiben: Neben starken Eingriffen in das operative Geschäft ist ein drastischer Personalschnitt geplant. Um die Firma fortzuführen, soll unter anderem der derzeitige Stand von 107 Mitarbeitern um vier Fünftel auf rund 20 Leute reduziert werden.
CyberTron, nach eigenen Angaben mit knapp 61 Mio. Euro verschuldet, ist heuer nach der Libro-Pleite die bisher zweitgrößte Insolvenz. Von ihr sind laut Kreditschutzverband von 1870 (KSV) 460 Gläubiger betroffen. Alle 107 Mitarbeiter der börsenotierten Gesellschaft, über die am 28. Juni das Ausgleichsverfahren eröffnet wurde, sind bereits beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) vorsorglich zur Kündigung angemeldet worden.
Auf Zusammenarbeit mit UTA angewiesen
Um die angebotene 40-prozentige Ausgleichsquote erfüllen zu können, sind in den nächsten zwei Jahren laut CyberTrons Rechtsvertreter, dem Wiener Anwalt Karl Engelhardt, zwischen 7 und 8 Mio. Euro pro Jahr notwendig. Grundstein für die Ausgleichserfüllung sei darüber hinaus die Kooperation mit dem alternativen Telefonbetreiber UTA. Die Telekom Austria hatte CyberTron im Juni wegen unbeglichener Rechnungen die Leitungen gekappt und damit den Gang in die Insolvenz unmittelbar ausgelöst.
Ausgleichssatz-Tagung verschoben
Die ursprünglich für 13. August angesetzte Ausgleichssatz-Tagung - bei der nach früheren Plänen auch schon ein Fortführungskonzept vorgelegt werden sollte - ist unterdessen vom Handelsgericht Wien auf Antrag von Ausgleichsverwalter Peter Schulyok auf 10. September verlegt worden. "Die Prüftätigkeit des Ausgleichsverwalters ist eine umfangreiche, das ist ein großes Verfahren", gab KSV-Experte Christoph Vavrik als Grund für die Verlegung der Tagsatzung an. Engelhardt ergänzte, die Sache sei "sehr komplex". Mit der verschobenen Ausgleichstagsatzung solle CyberTron zudem etwas mehr Zeit für die Fertigstellung des Fortführungskonzepts verschafft werden. Außerdem seien etliche Entscheidungsträger derzeit auf Urlaub und nicht greifbar.
Liquidität ist gesichert
Trotz der Terminverschiebung sei die Liquidität aus heutiger Sicht gesichert, betonte Engelhardt. Er verwies dazu auch auf einen Betriebsmittelkredit der Creditanstalt (CA) in Höhe von rund 800.000,- Euro. Nach Aussagen von Vavrik wird von den Gläubigern voraussichtlich am 10. September über den Ausgleich abgestimmt werden. Theoretisch sei dies aber auch bis 26. September möglich, was immer noch innerhalb der gesetzlichen 90 Tagesfrist ab Eröffnung des gerichtlichen Ausgleichsverfahrens sei. In dieser Frist muss es zu einem positiven Abstimmungsergebnis zum Ausgleich kommen, sonst schlittert CyberTron in den Anschlusskonkurs.
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