Donnerstag, 1. August 2002

Schlag gegen €-Fälscher in Deutschland: Vier in Haft

  • Blüten im Nennwert von 214.000 Euro sichergestellt
  • REINKLICKEN: Die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten

Blüten im Wert von zehn Millionen Euro - als der Fälscher die ersten 100.000 Euro übergeben wollte, klickten die Handschellen. Seine Kunden waren von der Kripo! Banknoten im Nennwert von 214.000 Euro (50-, 100- und 500-Banknoten) wurden sichergestellt, vier Männer verhaftet. Mit diesem Coup gelang deutschen Fahnder der bisher größte Schlag gegen Fälscher-Banden! Den vier Verdächtigen drohen Haftstrafen von zwei bis 15 Jahren.

In Ettlingen, Mannheim (beide Baden-Württemberg) und Burbach (Nordrhein-Westfalen) nahmen die Kriminalisten vier Männer fest. Die Falschgeld-Werkstatt wurde in der Nähe von Gießen ausgehoben. "Wir konnten vermutlich verhindern, dass Blüten in Millionen-Höhe in Umlauf gebracht wurden", sagte der Mannheimer Oberstaatsanwalt Wolfgang Kneip am Donnerstag in Karlsruhe.

Nach einem Hinweis auf Falschgeld im Raum Mannheim waren verdeckte Ermittler mit dem Überbringer der "Blüten", einem 47-Jährigen aus Mannheim, in Kontakt getreten. Insgesamt habe dieser gefälschte Geldscheine im Gesamtwert von zehn Millionen Euro angeboten, sagte Kriminalrat Hubert Wörner. Bei der Übergabe der ersten 100.000 Euro schnappte die Falle der Polizei zu.

Neben dem 47-Jährigen nahmen die Beamten den mutmaßlichen Hersteller des Falschgeldes, einen 37-jährigen Deutschen aus Gießen, und zwei italienische Brüder im Alter von 47 und 51 Jahren fest. Bei Wohnungsdurchsuchungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen stellten die Fahnder weitere gefälschte 50-, 100- und 500-Euro-Banknoten sicher. Obwohl es sich bei den per Computer hergestellten Blüten um "relativ gute Fälschungen" handele, sei es der Gruppe nicht gelungen, alle Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten nachzuahmen.

Der mutmaßliche Hersteller hat nach Polizeiangaben inzwischen ein Teilgeständnis abgelegt. Er ist für die Ermittler kein Unbekannter: Bereits 1995 hatte er falsche 100- und 1.000-DM-Scheine produziert und dafür eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt. Die drei anderen Tatverdächtigen schweigen sich zu den Vorwürfen bisher beharrlich aus. Allen vier Verdächtigen drohen Haftstrafen von zwei bis 15 Jahren.

1.8.2002 16:08