Donnerstag, 1. August 2002

Versicherer Allianz: 350 Mio. € Verlust im 2. Quartal

  • Konzerntochter Dresdner Bank plant 11.000 Kündigungen
  • Allianz-Aktienkurs bricht ein!

Nach hohen Verlusten im zweiten Quartal senkt das Versicherungsunternehmen Allianz seine Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Als Grund nennt der Verischerer die Krise an den Finanzmärkten und die schlechten Ergebnisse im Bankbereich. Die Allianz-Tochter Dresdner Bank wird bis zu 11.000 Kündigungen aussprechen müssen.

Das Versicherungsunternehmen Allianz teilte gestern Abend mit, dass die geplante Gewinnverdoppelung auf drei Milliarden Euro wohl in diesem Jahr nicht erreichbar sei. Wegen der Krise an den Finanzmärkten und der schlechten Ergebnisse im Bankbereich sei im zweiten Quartal ein Konzernverlust von rund 350 Millionen Euro angefallen. Der Aktienkurs der Allianz brach im heutigen Frühhandel weiter ein. Zur Eröffnung sank der Kurs um zeitweise sieben Prozent auf 135 Euro. Nach einer wochenlangen Talfahrt ist der Allianz-Aktienkurs derzeit auf den niedrigsten Ständen seit etwa 1996.

Kündigungen bei der Konzerntochter
Die Allianz-Tochter Dresdner Bank beschloss ein umfassendes Sparpaket. Laut Allianz-Angaben ergibt sich einschließlich bereits früher verkündeter Maßnahmen ein Kostensenkungsprogramm von knapp zwei Milliarden Euro, das größtenteils schon im Jahr 2003 greifen werde. Davon ist auch das Personal betroffen. Die Dresdner Bank will mehr als die bisher geplanten 7.800 Jobs abbauen. Bis zu 3.000 zusätzliche Stellen könnten betroffen sein, sagte der Dresdner Bank-Chef Bernd Fahrholz heute in Frankfurt. Betroffen sind vor allem Arbeitsplätze im Investmentbanking. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 50.900 Personen.

Keine neue Gewinnprognose
Eine neue Gewinnprognose gab der Allianz-Konzern nicht ab. Niemand könne einschätzen, wie sich die Kapitalmärkte weiter entwickelten, sagte Allianz-Vorstand Helmut Perlet laut einem Interview auf der Internetseite der Allianz.
Im ersten Quartal hatte das Unternehmen noch einen Netto-Gewinn von 1,9 Milliarden Euro erzielt. Dabei wurde das Ergebnis aber stark von Veräußerungsgewinnen beeinflusst. Im ersten Halbjahr verblieb nach dem schwachen zweiten Quartal noch ein Überschuss von rund 1,6 Milliarden Euro.

1.8.2002 08:39