Dienstag, 30. Juli 2002

180 Interessenten für Postbus-Flotte

  • Im Herbst erste Verhandlungen mit ÖBB erwartet

Die Verhandlungen zwischen ÖBB und Postbus über den Kaufpreis für die Busflotte laufen noch auf Hochtouren. Schon stehen laut einem Zeitungsbericht 180 heimische Busunternehmer parat, um einen Teil zu bekommen.

Die Wirtschaftskammer habe alle 1.200 heimischen Busunternehmen angeschrieben. "180 haben Interesse bekundet", sagt Paul Blachnik, zuständiger Geschäftsführer in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Aber noch sei alles zu vage. "Zuerst müssen wir wissen, was eigentlich verkauft werden soll. Ein Drittel der Linien? Ein Drittel der Busse? Ein Drittel des Geschäftes im Osten? Keiner weiß es", sagt Karl Molzer, Bundesobmann der Busunternehmen zur Zeitung. Noch habe man von den ÖBB keinerlei Auskünfte bekommen.

Molzer geht davon aus, dass bei einer Übernahme durch private Busunternehmer auch künftig alle Orte angefahren werden, die derzeit bedient werden, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass auch die Privaten Zuschüsse bekommen: "Wir sind effizienter und fahren sicher um 10 Prozent günstiger als die Post. Aber wer bestellt, muss auch den Abgang zahlen".

Sprecher für die 180 interessierten heimischen Betriebe sind die Busunternehmen Sabtours, Dr. Richard und Blaguss. Wolfgang Stöttinger, Geschäftsführer von Sabtours rechnet damit, "dass die ÖBB uns im Herbst zu Gesprächen einladen". Dass man über eine Kapitalerhöhung in eine Holding mit den ÖBB einsteigt, ohne mitreden zu können, schließen sowohl Stöttinger als auch Molzer aus.

30.7.2002 14:34