Dienstag, 30. Juli 2002

Aufwärtstrend an Europas Börsen vorerst gestoppt

  • Hauptgrund Gewinnmitnahmen nach Höhenflug

Der Aufwärtstrend an den europäischen Aktienmärkten ist trotz kräftiger Gewinnvorgaben aus den USA vorerst gestoppt. Am Dienstagvormittag notierten die wichtigen Börsen von Madrid bis London zum Teil sogar im Minus. Als Hauptgrund nannten Händler Gewinnmitnahmen nach dem Höhenflug vom Vortag.

Der EuroSTOXX 50 verlor mit 2.681 Punkten zeitweise 1,5 Prozent, konnte sich im weiteren Verlauf aber etwas erholen. An der Frankfurter Börse fiel der Deutsche Aktienindex DAX um bis zu 2,8 Prozent auf 3.750 Zähler. Vor allem die Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care gingen in den Keller, nachdem die Halbjahreszahlen des Unternehmens die Analystenerwartungen verfehlt hatten. Bis zum späten Vormittag sank der Kurs um 7 Prozent auf 38,40 Euro.

In Tokio legte die Aktienbörse nach dem Hoch an der Wall Street kräftig zu. Der Nikkei-Index überwand knapp die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und notierte zum Handelsende bei 10.003 Punkten einen Aufschlag von 3,5 Prozent.

Der US-Aktienmarkt hatte die neue Börsenwoche am Montag (Ortszeit) mit einer kräftigen Kursrallye begonnen. Vor allem steigende Finanztitel regten nach Ansicht von Händlern die Kauflaune an. Der Dow-Jones-Index gewann satte 5,4 Prozent auf 8.711 Zähler hinzu. Trotz des milliardenschweren Bilanzschwindels beim Telekom-Konzern Qwest kletterte der technologieorientierte NASDAQ-Index um 5,8 Prozent auf 1.335 Punkte.

Die lateinamerikanischen Leitbörsen lagen am Montag (Ortszeit) überwiegend deutlich unter den Vorgaben der Wall Street. Überschattet von verstärkten Sorgen um die Zahlungsfähigkeit Brasiliens gewann der Bovespa-Index bei 9257 Punkten kaum. Im Nachbarland Argentinien blieb der Merval-Index mit einem Schlussstand von 355 Punkten ebenfalls nahezu unverändert. In Mexiko-Stadt stieg der IPC um 3,5 Prozent auf 6.103 Zähler.

30.7.2002 14:02