Dienstag, 30. Juli 2002

Privat-TV-Lizenzen für Puls, Salzburg TV und LT 1

  • Regionale Zulassungen vergeben: 2 Wochen Berufungsfrist
  • Einigung mit ORF wegen Frequenzsharing nötig

Keine Überraschungen: Die Favoriten haben sich beim Rennen um die Lizenzen für privates, terrestrisches Fernsehen in den Ballungsräumen Wien, Linz und Salzburg durchgesetzt. Die Medienbehörde KommAustria gab ihre Lizenzentscheidungen am Dienstag bekannt. Sieger in Wien ist Puls City TV, in Linz LT 1 und in der Mozartstadt Salzburg TV. Die "Privatisierung" der österreichischen Fernsehlandschaft ist damit abgeschlossen, alle im Privatfernsehgesetz vorgesehenen Lizenzen sind vergeben worden.

Die am Dienstag erteilten Zulassungen sind noch nicht rechtskräftig, da Mitbewerber innerhalb der nächsten 14 Tage dagegen berufen können. Alle drei frisch gebackenen Lizenzinhaber müssen sich Frequenzen mit dem ORF teilen und entsprechende Vereinbarungen darüber treffen.

Puls City TV, an dem unter anderem der Außenwerber Gewista sowie das Vorarlberger Medienhaus von Eugen A. Ruß beteiligt sind, habe sich im Auswahlverfahren für die Bundeshauptstadt gegen das Projekt smart.city.tv mit der ET Multimedia an Bord durchgesetzt, erläuterte Hans Peter Lehofer, Chef der KommAustria. Dies sei "keine einfache Entscheidung gewesen", ausschlaggebend sei eine "stärkere Nähe zum lokalen Markt" sowie eine stärkere Betonung von Eigenproduktionen gewesen.

In Linz wird LT 1, bereits im Kabelfernsehen präsent, künftig auch via Hausantenne zu empfangen sein. Beteiligt an LT 1 sind zu 50 Prozent die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") sowie zu 50 Prozent die Privatstiftung von Geschäftsführer Wolfdieter Holzhey. Er möchte am liebsten "ab sofort" via Hausantenne zu empfangen sein, zuvor aber stehen noch die Verhandlungen mit dem ORF an.

Noch im Herbst 2002 will Ferdinand Wegscheider, Geschäftsführer von Salzburg TV, den terrestrischen Sendebetrieb starten. Bereits seit sieben Jahren ist man im Kabelfernsehen präsent. Wegscheider will nicht die ORF-Sendeanlage am Gaisberg anmieten, sondern die vor rund eineinhalb Jahren errichtete, eigene Anlage am Untersberg in Betrieb nehmen. Die Behörde hat dieses Ansinnen bereits bewilligt, mit dem ORF werde man demnächst Gespräche aufnehmen, so Wegscheider.

Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, betonte, dass die Medienbehörde ihre Zeitpläne "exakt eingehalten" habe. Darüber hinaus war er erfreut, dass in Linz und Salzburg Kabel-TV-Sender zum Zug kamen, die bereits Vorarbeit geleistet hätten "und nicht mit der Leidenschaft der Goldgräber" anträten.

30.7.2002 12:50