Fünf Airlines fordern Hilfsstopp für Alitalia
- Beschwerdebrief an EU-Verkehrskommissarin Palacio

Fünf große europäische Fluggesellschaften haben laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Montagsausgabe) in einem Brief an EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio die Kapitalerhöhung für Alitalia scharf kritisiert. In dem Schreiben, das dem Blatt vorlag, heißt es, die Unternehmen würden sich rechtliche Schritte vorbehalten.
Unterschrieben ist der Brief von Jürgen Weber (Lufthansa), Rod Eddington (British Airways), Sir Michael Bishop (BMI British Midland), Leo van Wjik (KLM) und Joergen Lindegaard (SAS Scandinavian Airlines).
Die EU-Kommission hatte im Juni eine Kapitalerhöhung von 1,43 Milliarden Euro für Alitalia genehmigt, durch die das Überleben der seit vielen Jahren kriselnden Fluggesellschaft gesichert werden soll. An der Kapitalerhöhung beteiligte sich der italienische Staat mit 892 Millionen Euro, der Rest stammt von Privatinvestoren und aus einer Wandelanleihe.
Zuletzt hatte die EU-Kommission eine staatliche Beteiligung an einer Kapitalerhöhung nur gebilligt, wenn das Privatinvestorprinzip eingehalten worden war. Dabei muss sich der Staat so verhalten, wie es auch ein privater Anteilseigner tun würde. Die fünf Unternehmenschefs schreiben an de Palacio: "Die Entscheidung, Alitalia zu rekapitalisieren, könnte die Ziele, die die Kommission zu erreichen versucht, ernsthaft gefährden." De Palacio selbst habe darauf hingewiesen, dass in Europa eine Konsolidierung der Luftverkehrsindustrie nötig sei, um weltweit wettbewerbsfähig zu sein. Im Fall Alitalia sei man überrascht gewesen, dass eine 38-prozentige Beteiligung von privaten Banken, die die Anleihen erst noch am Markt platzieren müssten, als ausreichend für das Privatinvestorprinzip anerkannt worden sei.
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