Trainer-Duell vor dem heutigen Wiener Derby
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Kaum sitzen sie zusammen, schwelgen sie auch schon in Erinnerungen an glorreiche Derby-Tage. Als der österreichische Fußballklassiker zwischen Austria und Rapid noch 40.000 bis 50.000 Zuschauer ins Wiener Praterstadion lockte. Als bei diesen Spielen neue Helden geboren oder hinterher die Verlierer wochenlang als Versager verhöhnt wurden. Heute stehen sich Walter „Schoko“ Schachner, 45, und Josef „Pepi“ Hickersberger, 54, erstmals als Trainer der zwei traditionsreichsten und erfolgreichsten Vereine Österreichs gegenüber. Auf NEWS-Networld sind Sie ab 18.45 Uhr bei allen vier Liga-Spielen live dabei.
Hickersberger: „Als Spieler war für mich ein Derby immer das Spiel des Jahres. Und ich erinnere mich heute noch an jedes einzelne, habe bestimmte Szenen ganz genau im Kopf.“ Schachner ergänzt: „Da war immer eine ganz besondere Atmosphäre drin. Wenn mich die Rapid-Fans beim Aufwärmen geschmäht haben, dann war ich so heiß, dass ich ihnen gleich drei Trümmer hineingemacht habe.“
Raus aus dem Mittelmaß
In den vergangenen Saisonen hatte das Wiener Derby allerdings nach und nach an Brisanz verloren. Die Musik in der Liga machten die Bundesländerklubs – zuerst die Salzburger Austria, danach Sturm Graz und in den letzten drei Jahren der FC Tirol. Die „Veilchen“ verschwanden in der sportlichen Mittelmäßigkeit, und der letzte Titelgewinn von Rekordmeister Rapid ist auch schon wieder sechs Jahre her.
Austria ist Favorit
Heuer sind die Vorzeichen andere. Die Austria ging als Favorit in die Meisterschaft. Magna-Milliardär Frank Stronach griff noch einmal tief in seine prall gefüllte Börse, sorgte für ein 16-Millionen-Euro-Rekordbudget. Und holte mit Walter Schachner nicht nur einen „Erzvioletten“ auf die Trainerbank, sondern gleich neun neue Spieler – darunter die zwei Ex-Tiroler Radoslav Gilewicz und Jürgen Panis sowie „Schottland-Heimkehrer“ Thomas Flögel. Mit dem klaren 3:0-Heimerfolg über den GAK in der 3. Runde bestätigte die „neue Austria“ vorerst ihre Favoritenrolle.
Budget zurückgeschraubt
Anders die Situation bei Rapid – zumindest finanziell. Präsident Rudolf Edlinger musste das Budget der Grün-Weißen um mehr als 20 Prozent auf rund 6,8 Millionen Euro zurückschrauben, holte nach dem total verunglückten Matthäus-Abenteuer mit Josef Hickersberger einen Mann auf die Betreuerbank, den nach sieben Jahren im arabischen Raum das Heimweh zurück nach Wien getrieben hatte – und die Faszination des „Mythos Rapid“. Aber noch vor dem Saisonstart wurde „Hicke“ von der bitteren Realität eingeholt: Für prominente Neuverpflichtungen war in Hütteldorf kein Geld vorhanden, deshalb musste er mit einem 22- Mann-Kader ins Rennen gehen, in dem höchstens 12, 13 gleichwertige Spieler stehen. Hickersberger: „Ich kann nur hoffen, dass sich kein Schlüsselspieler verletzt oder durch eine Sperre für längere Zeit ausfällt.“
"Sparklub Rapid“
Ob bewusste Tiefstapelei, wie Austria-Kontrahent Schachner vermutet, oder nicht: Der „Sparklub Rapid“ überraschte zu Beginn der Meisterschaft Freund und Feind, holte in den ersten drei Runden zwei Auswärtssiege – so viele wie in den 36 Runden der vergangenen Saison zusammengenommen.
NEWS-Talk
NEWS: Mit welchen Gefühlen gehen Sie in das Wiener Derby?
Schachner: Bei einem Derby zwischen Austria und Rapid herrscht immer eine ganz eigene Atmo- sphäre. Die ganze Woche vorher denkst du an nichts anderes. Das Derby ist nach wie vor etwas Beson- deres. Immerhin stehen sich da die zwei traditionsreichsten und erfolg- reichsten Vereine Österreichs ge- genüber. Und wenn diese beiden Klubs ganz vorne mitgespielt haben, war das auch immer gut für den österreichischen Fußball.
Hickersberger: Für mich war ein Derby immer das Spiel des Jahres – ob als Spieler oder als Trainer. Das waren Spiele, die einem auch nach Jahren noch in der Erinnerung haften bleiben. Jeder Spieler, jeder Fußballfan kennt die besondere Rivalität zwischen Rapid und Austria. In diesem Spiel geht es um mehr als die drei Punkte, da geht es schlicht um die Nummer eins in Wien. Und ich kann dem Schoko nur voll zustimmen – immer dann, wenn Rapid und Austria stark waren, ist es auch dem österreichischen Fußball gut gegangen. Das hat sich in der Vergangenheit gezeigt. Und das wird hoffentlich auch in Zukunft wieder so sein.
Die Story und das Gespräch mit Schachner und Hickersberger lesen Sie in voller Länge in der aktuellen Ausgabe von NEWS!
