Donnerstag, 1. August 2002

Erzrivale Rapid machte Austria zum Tabellenführer

  • Salzburg weiter punktelos - Erster Saisonsieg für Ried
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Ausgerechnet Erzrivale Rapid hat die Wiener Austria in der vierten Runde der österreichischen T-Mobile Fußball-Bundesliga an die Tabellenspitze gehievt. Der Rekordmeister fügte mit dem 1:0 dem Sensationsaufsteiger Pasching nach drei Siegen in Folge die erste Niederlage zu. Damit war der Weg frei für die "Veilchen", die sich mit einem 4:0-Erfolg in Salzburg erstmals seit September 2000 an die Spitze setzten. Ried kam beim 2:0 vor eigenem Publikum über Admira zum ersten Saisonsieg.

Den Erfolg mussten sich die Hütteldorfer allerdings trotz der schnellen Führung durch Sobotzik hart erarbeiten, gaben die Oberösterreicher doch einen ebenbürtigen Gegner ab. "Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen. Wenn man in Wien gegen Rapid nach einer Minute 0:1 hinten ist, kann man auch in ein Debakel laufen. Aber die Spieler haben das gut verkraftet und waren teilweise sogar besser als Rapid. Wir hätten uns einen Punkt verdient", erklärte Paschings Co-Trainer Ernst Baumeister, der den noch rekonvaleszenten Georg Zellhofer vertrat.

Hicke erleichtert
Rapid-Trainer Josef Hickersberger war nach dem mühevollen Sieg die Erleichterung anzumerken. "Das Resultat war das beste, was Rapid in dieser Situation passieren konnte. Das war unser bisher schwierigstes Spiel, denn wenn man gegen Pasching zu Hause verliert, ist das blamabel, dann gibt es vor dem Austria-Spiel Prügel", meinte der frühere ÖFB-Teamchef, dessen Mannschaft auf den zweiten Tabellenplatz vorstieß.

"Die Austria ist mir wurscht"
Obwohl Hickersberger eigens betonte, sich im Moment noch nicht mit dem Stadtrivalen zu beschäftigen ("die Austria ist mir heute so wurscht wie der Schnee voriges Jahr in der Wüste"), plädierte er dennoch für eine Verlegung des Derbys am nächsten Mittwoch vom Horr- ins Happel-Stadion. Denn nach den guten Leistungen der beiden Wiener Traditionsvereine zu Saisonbeginn könnte das Horr-Stadion mit einer Kapazität von knapp 12.000 zu klein werden.

Wiener Derby im Horr-Stadion
"Wenn man sich die Tabellensituation anschaut, wäre das für den Wiener Fußball besser. Wer weiß, vielleicht wäre das Spiel sogar ausverkauft", meinte Hickersberger, dessen Anliegen bei Austria-Sportdirektor Peter Svetits aber kein Gehör fand: "Das kommt nicht in Frage." Immerhin hat Hickersberger schon ein gutes Omen für das Derby am 7. August ausgemacht. "Heute haben wir mit Pasching einen Tabellenführer geschlagen, vielleicht gelingt uns das auch nächstes Mal."

Violette mit stolzgeschwellter Brust
Die "Veilchen" gehen nach dem klaren Erfolg in Salzburg mit stolzgeschwellter Brust ins Aufeinandertreffen mit dem grün-weißen Erzrivalen. "Wenn man schlecht spielt und trotzdem so hoch gewinnt, stimmt mich das zuversichtlich, da ist in Zukunft viel möglich", meinte Trainer Walter Schachner. Erst nach längeren Anlaufschwierigkeiten hatte sich die Austria in Lehen durchgesetzt, danach aber die ganze Klasse ausgespielt. "Ich möchte die Austria so weit haben, dass sie so spielt wie beim 3:0 und beim 4:0. Das waren schön herausgespielte Tore, so stelle ich mir Fußball vor", so Schachner.

Söndergaard unter Druck
Sein Gegenüber Lars Söndergaard gerät nach der vierten Niederlage im vierten Spiel langsam unter Druck. "Nach so einer Negativ-Serie ist es normal, dass der Trainer in Frage gestellt wird. Damit kann und muss ich leben", sagte der Däne, der mit dem Schicksal seiner glücklosen Schützlinge haderte. "Nach unseren bisherigen Leistungen ohne Punkte dazustehen ist bitter."

Erster Saisonsieg für Ried
SV Ried hingegen befindet sich mit dem 2:0 über Admira wieder im Aufwärtstrend. "Dieser erste Sieg gibt Hoffnung für das nächste Spiel. Spielerisch können wir noch zulegen", erklärte Coach Gerhard Schweitzer. Admira-Trainer Walter Knaller musste die Rieder Überlegenheit zur Kenntnis nehmen. "Das war heute unser schlechtestes Spiel. Aber das wir nicht in jedem Match eine Gala abziehen, war klar."

1.8.2002 12:12