Mittwoch, 31. Juli 2002

NEWS: Kartnigs Wink mit dem Daumen

  • Die Alternative: Champions League oder Sparkurs!
  • Für Trainer Osim gibt es noch eine Schonfrist

Trotz maßloser Enttäuschung will Hannes Kartnig ruhig bleiben - bis zum Ende der Champions-League-Qualifikation (14./28. August). Für den Fall eines Scheiterns kündigt der Sturm-Präsident schon jetzt „Konsequenzen“ an. Soll heißen: Wenn der Griff in den „Fußball-Jackpot“ misslingt, bleibt wahrscheinlich kein Stein auf dem andern. Kartnig: „Es stellt sich die Frage, ob ich mir ohne Champions League diesen teuren Kader und das Trainerteam überhaupt noch leisten kann.“

Nach der 0:4-Heimpleite gegen Rapid in der 1. Meisterschaftsrunde war Sturm-Zampano Hannes Kartnig – entgegen seinen bisherigen Gewohnheiten – kommentarlos verschwunden. Aber tief in seinem Inneren brodelte es. Und zwar gewaltig. Zwei Tage später erinnerte er sich an eine „alte Liebe“ und suchte Kontakt zu Deutschlands Skandaltrainer Christoph Daum...

Der war nach einer Kokainaffäre vor zwei Jahren nicht nur bei Leverkusen gefeuert worden, sondern hatte auch den bereits fixierten Teamchefposten verloren. Damals brachte es Kartnig sogar zu einer Meldung in der „Bild-Zeitung“, nachdem er via NEWS dem gefallenen Fußballlehrer Asyl bei Sturm angeboten hatte: „Den würde ich sofort als Co-Trainer engagieren. Rein fachlich halte ich Daum für einen der Besten in der Branche.“

Schonfrist für Osim
Inzwischen sind bei Sturm die Wogen wieder etwas abgeebbt. Noch dazu, wo die Grazer bei der Auslosung für die entscheidende 3. Runde in der Champions-League-Qualifikation mit dem wahrscheinlichen Gegner Maccabi Haifa eine durchaus lösbare Aufgabe vor sich haben. Deshalb wurde das „Gespenst Daum“ vorläufig verbannt, die Trainerfrage zumindest bis Ende August verschoben.

Kein Stein auf dem andern
Ganz vom Tisch ist die Sache dennoch nicht. Erst am vergangenen Sonntag vergatterte der eben aus dem Spanien-Urlaub zurückgekehrte Kartnig seinen Trainer Ivica Osim und Manager Heinz Schilcher zu einer längeren Aussprache. Das Ergebnis: Bis zum Ende der Champions-League-Qualifikation (14./28. August) verspricht der Sturm-Präsident Zurückhaltung. Aber für den Fall des Scheiterns kündigte Kartnig schon jetzt „Konsequenzen“ an. Soll heißen: Wenn der Griff in den „Fußball-Jackpot“ misslingt, bleibt bei den Grazern wahrscheinlich kein Stein auf dem andern. Kartnig: „Es stellt sich dann die Frage, ob ich mir ohne Champions League diesen teuren Kader und das Trainerteam überhaupt noch leisten kann.“

Leere Kassen
Tatsache ist: Obwohl Sturm in den letzten vier Jahren dreimal erfolgreich in der europäischen Millionen-Liga spielte und dabei über 20 Millionen Euro (rund 300 Millionen Schilling) verdiente, sind die Klubkassen heute wieder leer. Kartnig: „Wir haben keine Schulden. Und die kommende Saison ist ausfinanziert. Aber ich werde mich sicher in kein finanzielles Abenteuer wie der FC Tirol stürzen.“ Außerdem hat Sturm als Publikumsmagnet stark abgebaut: Zum Heimspiel gegen Ried waren zuletzt nur etwas mehr als 6.000 Zuschauer ins Stadion gepilgert – vor zwei Jahren waren es bei solchen Matches noch doppelt so viele.

Den Artikel in voller Länge lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

31.7.2002 15:38