Österreich ohne Graf bei LA-EM für keine Medaille gut
- Pröll Siebenter über 3.000 m Hindernis, Weidlinger gestürzt
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Das Aufgebot der Österreicher
Österreich hat am vorletzten Tag der 18. Leichtathletik-Europameisterschaften in München zur Kenntnis nehmen müssen, dass ohne Stephanie Graf bei Freilufttitelkämpfen eine Medaille außer Reichweite ist. Die nach einer Tumoroperation rekonvaleszente Kärntnerin hatte zuletzt fünf Mal in Serie bei Großereignissen zumindest Silber geholt. Für die beste ÖLV-Platzierung in Bayern sorgte Sprinterin Karin Mayr mit Platz sechs über 200 m, da es am Samstag nur Enttäuschungen im ÖLV-Team gab.
Damit riss Österreichs von Graf Ende Februar 2000 mit Hallen-EM-Gold in Gent begonnene Medaillenserie bei Großveranstaltungen, zuletzt hatte es bei der Hallen-Heim-EM in Wien sogar drei Silbermedaillen gegeben. Erstmals seit der WM in Sevilla 1999, wo Graf Siebente geworden war, steht der ÖLV ohne Medaille da.
Sturz bei 3.000 m Hindernis-Lauf
Die allerletzte Hoffnung auf eine Medaille "zerschellte" auf der letzten Runde des Finales über 3.000 m Hindernis. Günther Weidlinger erwischte zwar nach überaus langsamem Anfangstempo - 2:46,70 Minuten für die ersten 1.000 Meter und einer Durchgangszeit von 5:42,25 nach zwei Kilometern - die richtige Post, kam aber am zweiten Hindernis der Schlussrunde zu Sturz und verletzte sich am linken Oberschenkel. Der Titel ging an den Spanier Antonio Jimenez 8:24,34, der erst 21-jährige Mühlviertler Martin Pröll wurde in 8:33,24 Siebenter und fixierte damit bei seinem EM-Debüt die beste ÖLV-Männer-Platzierung in München.
Auf den Fuß gestiegen
"Zuerst ist mir einer eingangs der Schlussrunde auf die Ferse getreten, und dann ist mir unmittelbar vor dem zweiten Hindernis ein anderer auf den Fuß gestiegen, so dass ich nicht einmal mehr abspringen konnte und voll mit dem Oberschenkel ins Hindernis gekracht bin", erzählte Weidlinger, der bereits vor vier Jahren in Budapest - damals war er im Vorlauf am ersten Hindernis der Schlussrunde mit dem Nachzugsbein hängen geblieben - gestürzt war.
Viel Pech für Weidinger
Diesmal war der 24-jährige U23-Europameister von 1999, der Tapferkeit bewies und sich noch als Zwölfter und Letzter in 9:00,82 ins Ziel quälte, jedoch vollkommen schuldlos an seinem "Überschlag", wie die Videobilder bewiesen. Den ersten Stolperer hatte Jimenez, der dem Oberösterreicher auf die Ferse gestiegen war, verursacht, und als "Auf-dem-Fuß-Steher" wurde der Ukrainer Wadim Slobodenjuk entlarvt. "Ohne Sturz wäre ich ganz vorne um die Medaillen mitgelaufen. Ich hatte noch so viel drauf fürs Finish!"
Saison für Weidlinger zu Ende
Günther Weidlinger muss die Saison nach seinem Sturz beenden. Der 24-jährige Innviertler erlitt eine Muskelverletzung - Teilabriss im Quadrizeps des linken Oberschenkels - und muss nun mindestens zwei bis drei Wochen pausieren. Damit kann er am 19. August nicht beim Gugl-Meeting in Linz starten.
Für Pröll war Medaille kein Thema
Für Pröll, der sich lange Zeit an Weidlinger orientiert hatte, war dagegen eine Medaille kein Thema. "Die letzten zwei Runden bin ich ganz schön eingegangen, da habe ich gemerkt, was mir die anderen an Erfahrung noch voraus haben", erklärte der jüngste Steeple-Teilnehmer der EM. "Beim vorletzten Wassergraben, als das Tempo entscheidend erhöht wurde, habe ich zwar probiert, dass ich mitgehe, bin aber nicht mehr mitgekommen. Platz sieben beim Debüt ist natürlich super, meine Zeit war aber nicht berühmt, da hätte ich mir doch mehr erwartet."
Fedjuschina im Kugelstoßen 13.
Im Kugelstoßen der Frauen, das auf Grund von nur 15 Teilnehmerinnen gleich mit dem Finale begonnen hatte, kam Rekordlerin Walentina Fedjuschina mit 17,11 m nicht über den 13. Rang hinaus und bescherte Österreich damit die nächste und gleichzeitig letzte Enttäuschung im mit 48.500 Zuschauer ausverkauften Olympiastadion, da am Schlusstag keine ÖLV-Athleten mehr im Einsatz sind.
In Summe eine Enttäuschung
"Unser Abschneiden hier in München war in Summe eine Enttäuschung, da wir uns mehr als nur einen sechsten und einen siebenten Platz erwartet haben", lautete die erste Reaktion von ÖLV-Sportkoordinator Hannes Gruber. Von der Leistung von Pröll war er aber angetan: "Er war der Lichtblick dieser EM für uns."
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