UCI-Präsident Verbruggen hat genug: Rücktritt!
- Protest gegen Politik der Antidoping-Agentur
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Aus Protest gegen die Politik der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) hat der Präsident des Internationalen Rad-Verbandes (UCI), Hein Verbruggen, das Führungsgremium der Organisation verlassen. Dies teilte am Montag ein Sprecher des UCI in Lausanne mit. Verbruggen wendet sich dabei besonders gegen die Führung von Richard Pound. Sein kanadischer Kollege aus dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sei "rücksichtslos" gegenüber den Verbänden, begründete Verbruggen seinen Schritt.
Äußerer Anlass für den Rückzug war die Auseinandersetzung um den spanischen Radprofi Igor Gonzalez de Galdeano. Er wurde während der Tour de France der Einnahme von Kortison überführt. Der UCI bewertete den Fall nicht als Doping, da de Galdeano eine Asthma-Erkrankung nachweisen konnte. Die Kortisone waren in dem ihm erlaubten Arzneimittel Salbutamol enthalten, argumentierte der Verband. Im Gegensatz dazu sprach WADA von einem Dopingfall. Die Höhe der aufgespürten Kortisone sei nicht durch das erlaubte Anti-Asthmaspray zu erklären.
Durch den Rücktritt von Verbruggen wird eine grundsätzliche Auseinandersetzung zwischen WADA und Teilen des internationalen Sports deutlich. WADA-Chef Pound wird Eigenmächtigkeit vorgeworfen und auch Anmaßung von Funktionen. Die wichtigste Aufgabe von WADA besteht gegenwärtig darin, in Kooperation mit dem Sport einen neuen Antidoping-Code zu entwerfen. Er soll bei einer im Frühjahr von WADA einberufenen Welt-Antidoping-Konferenz in Kopenhagen verabschiedet werden.
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