"Times": US-Armee verschleiert Angriff auf Hochzeit
- Soldaten räumten nach Bombenangriff in Afghanistan auf
- UNO-Bericht erhebt schwere Vorwürfe
Nach dem versehentlichen Angriff auf eine Hochzeitsgesellschaft in Afghanistan haben US-Soldaten einem Zeitungsbericht zufolge Beweise verschwinden lassen. Die Streitkräfte seien kurz nach dem Angriff in dem Dorf aufgetaucht und hätten Bombensplitter, Geschosse und Blut beseitigt.
Das berichtete die britische Zeitung "Times" am Montag unter Berufung auf einen vorläufigen UNO-Untersuchungsbericht. Frauen seien die Hände auf den Rücken gebunden worden. Zudem hätten die UNO-Berichterstatter keine Beweise dafür gefunden, dass die US-Luftwaffe mit ihrem Bombardement auf Flugabwehrfeuer reagiert habe.
Verschleierungs-Taktik
Bei den Verfassern des UNO-Berichts handle es sich um erfahrene und angesehene Mitarbeiter, die sich in der Region bestens auskennten, zitierte das Blatt Vertreter der Vereinten Nationen. Bei dem Angriff in der Nacht zum 1. Juli waren in der Nähe des Dorfes Kakrakai im Zentrum des Landes 48 Menschen getötet und über hundert verletzt worden. Die US-Armee hatte schließlich zugegeben, die Ortschaft bombardiert zu haben. Die Kampfflugzeuge seien jedoch zuvor angegriffen worden, erklärte das US-Militär die Attacke auf die Hochzeits-Gesellschaft.
Übliche Vorgehensweise?
Auch jene Soldaten, die in Cavalese in Italien eine Gondel zum Absturz gebracht haben - damals starben 20 Skiurlauber in den Trümmern - haben anschließend das Video ihrer Bordkamera gelöscht. Die USA verlangten, dass sie vor ein US-Militärgericht in der Heimat kämen - dort wurden sie frei gesprochen. Einer wurde später nach internationalen Protesten doch noch wegen Behinderung der Justiz zu sechs Monaten verurteilt.
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