Freitag, 2. August 2002

Tausende demonstrieren in Belfast gg. Gewalt

  • Protestanten und Katholiken protestieren gemeinsam

Tausende Katholiken und Protestanten haben in Belfast gemeinsam für Frieden in Nordirland demonstriert. Fast 10.000 Menschen marschierten am Freitag durch die Straßen der nordirischen Provinzhauptstadt und forderten ein Ende der Gewalt. Zu den Protesten hatten die meisten Parteien sowie Kirchen und Gewerkschaften aufgerufen. Erst am Vortag war bei einer Explosion in einer britischen Militärkaserne im nordirischen Derry ein Zivilist getötet worden. Vergangene Woche hatten Protestanten in Belfast einen 19-jährigen Katholiken erschossen.

"Die Menschen sind hier, um ihre Wut und Ablehnung gegenüber paramilitärischer Gewalt zu bekunden", sagte Kulturminister Michael McGimpsey von der Ulster Unionist Party (UUP). Der Stellvertreter von Nordirlands Regierungschef David Trimble, Mark Durkan von der Social Democratic Labour, forderte die Fortsetzung der politischen Friedensbemühungen und warnte vor einem "Vakuum" als Folge politischer Gewalt. Vertreter von Kirchen und Gewerkschaften forderten ebenfalls eine Ende der Auseinandersetzungen. Die Democratic Unionist Party hatte sich gegen die Demonstration ausgesprochen.

Unterdessen nahm die Polzei nach dem Bombenanschlag fünf Verdächtige fest. Die Ermittler vermuten katholische Aktivisten hinter der Tag, die gegen die britische Herrschaft in der Region kämpfen. Ein 51-jähriger Maurer war bei der Explosion tödlich verletzt worden.

2.8.2002 17:07