Donnerstag, 1. August 2002

2 Tote bei Unwettern in Deutschland, Polen

  • Fünf Personen teils schwer verletzt

Die Wetterturbulenzen nehmen kein Ende: Bei sintflutartigem Regen und Sturm sind in der Nacht auf Donnerstag in Deutschland und Polen zwei Menschen ums Leben gekommen. Im Nordosten Spaniens sorgten Unwetter für Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen. Im baden-württembergischen Rottenburg- Dettingen starb ein Feuerwehrmann beim Abfüllen von Sandsäcken an einem Herzinfarkt. Im südpolnischen Krakau (Krakow) wurde eine Frau durch einen umstürzenden Baum getötet. Mindestens fünf Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Ein heftiges Unwetter über Norddeutschland hat am Donnerstag zum Teil schwere Schäden angerichtet. Sintflutartige Regenfälle und Windböen von bis zu 80 Stundenkilometern lösten ein Chaos aus, hunderte Keller standen unter Wasser, Feuerwehr und Polizei waren im Dauereinsatz.

Obwohl die Feuerwehr vielerorts bis in die frühen Morgenstunden damit beschäftigt war, voll gelaufene Keller auszupumpen und überflutete Fahrbahnen zu räumen, verlief die Nacht weitgehend ruhig, wie die Polizei am Freitag mitteilte. In Niedersachsen waren die Regionen Stade, Cuxhaven und Lüneburg von dem Unwetter besonders betroffen. Über Adendorf (Kreis Lüneburg) stürmte eine Windhose. In Lüneburg stand das Wasser bis zu 75 Zentimeter hoch in den Straßen.

In Niedersachsen waren erneut Stadt und Landkreis Stade besonders von dem Unwetter betroffen. In Horneburg, wo vor zwei Wochen ein Deich gebrochen war, standen die Straßen unter Wasser. In Hamburg fuhren 900 Rettungskräfte insgesamt rund 1.400 wetterbedingte Einsätze.

Nach einem schweren Sturm in Krakau blockierten umgestürzte Bäume Straßen und Gleise in der Innenstadt. Auf dem Marktplatz wurde eine Balustrade der Tuchhallen aus dem 16. Jahrhundert beschädigt. "So ein Sturm sollte in den Klimaregionen des Monsuns zu erwarten sein, aber nicht in Krakau", sagte ein Sprecher der Stadt. Auch über die südostpolnische Karpatenregion fegte ein Unwetter hinweg. Der Sturm riss die Ziegel von zahlreichen Dächern, zwei Gebäude gerieten nach Blitzeinschlägen in Brand.

In Spanien war die katalanische Metropole Barcelona besonders betroffen. Am Donnerstag standen dort mehrere Stationen der U-Bahn, Zufahrtstraßen und tiefer gelegene Wohnungen unter Wasser. Über einzelnen Stadtteilen waren nach Angaben der Behörden in der Nacht bis zu 170 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. In Wohnblocks fiel der Strom aus. Die Meteorologen erwarteten, dass die Unwetter auch auf die Balearen übergreifen würden. Für die Inseln Mallorca und Menorca wurden Gewitterwarnungen herausgegeben.

1.8.2002 21:18