Explosion in ukrainischem Bergwerk fordert 20 Tote
- Drei derartige Unglücke allein im Juli
- Präsident will unsichere Bergwerke stilllegen
Trauer in der Ukraine: Bei der Explosion in einer Kohlegrube im Osten des Landes wurden 20 Menschen getötet. Nur ein Bergmann konnte Donnerstag früh lebend geborgen werden, wie die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS berichtete.
Es ist nicht der erste Unfall im ukrainischen Bergbau. Allein in diesem Jahr starben in den Gruben des Landes schon 160 Menschen. Angesichts dieser Entwicklung will Präsident Leonid Kutschma nun alle Bergwerke schließen lassen, die nicht den Sicherheitsnormen entsprechen.
Die Detonation ereignete sich am Mittwochabend im Bergwerk Sasiadko im Donezk-Becken in mehr als 1.000 Meter Tiefe. Die Ursache war zunächst noch unbekannt. Zuerst war noch ein Kumpel vermisst worden. Trotz der fieberhaften Suche von 44 Rettungsteams kam letztlich aber auch für ihn jede Hilfe zu spät. Am Nachmittag fanden die Helfer seine Leiche.
Die privat betriebene Grube gehört mit etwa 10.000 Arbeitern zu den größten Bergwerken der Ukraine. Bereits 1999 und im vergangenen Jahr hatten sich hier zwei Unfälle ereignet, bei denen 105 Kumpel starben. Die Kohlegruben in der Ukraine gehören wegen ihrer veralteten Technik zu den gefährlichsten der Welt.
Präsident will unsichere Bergwerke stilllegen
Dies soll sich nach Angaben Kutschmas nun ändern: Er habe den Generalstaatsanwalt und die Sicherheitsdienste angewiesen, alle Bergwerke zu überprüfen, sagte der Präsident am Rande der Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der Gründung der ukrainischen Marine in Sewastopol. Sollten die Bergwerke Mängel aufweisen, würden sie stillgelegt werden.
Die Explosion im Bergwerk Sasiadko war das dritte Grubenunglück in der Ukraine allein im Juli. Insgesamt arbeiten rund 600.000 Kumpel in den 200 Gruben des Landes. Nur vier Tage vor dem jetzigen Unglück hatte die Ukraine beim Absturz eines Kampfjets die größte Luftfahrtkatastrophe ihrer Geschichte erlebt. Bei dem Unglück auf einer Flugschau in Lemberg wurden 83 Menschen getötet, darunter viele Kinder.
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