Mittwoch, 31. Juli 2002

Annäherung zwischen USA und Nordkorea

  • ASEAN-Regionalforum sagt Terrorfinanzierung Kampf an

Erstmals seit zwei Jahren haben sich die Außenminister der USA und Nordkoreas wieder zu einem kurzen Meinungsaustausch getroffen: Am Rande des ASEAN-Regionalforums in Brunei kamen US-Außenminister Colin Powell und sein nordkoreanischer Kollege Paek Nam-Sun zu einem 15-minütigen "informellen" Gespräch zusammen. Bush hatte Nordkorea in eine Reihe mit Irak und Iran gestellt und als Teil der "Achse des Bösen" bezeichnet. Über russische Vermittlung hat Pjöngjang kürzlich bedingungslose Gesprächsbereitschaft ausrichten lassen.

Dabei sei es um eine mögliche Wiederaufnahme des offiziellen Dialogs zwischen den USA und Nordkorea gegangen. Es war das ranghöchste Treffen von Politikern beider Seiten seit dem Amtsantritt von US-Präsident George W. Bush, der Nordkorea mit dem Irak und dem Iran in eine "Achse des Bösen" gereiht hatte.

Powell habe Paek ausrichten lassen, dass er in einer Lounge sitze, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums. Daraufhin sei Paek hereingekommen, "sie haben sich die Hände geschüttelt und an einen Tisch gesetzt, um zu reden". Zuletzt hatte Paek vor zwei Jahren auf der ASEAN-Konferenz seine damalige US-Kollegin Madeleine Albright getroffen. Bush brach die Kontakte zu dem kommunistischen Staat im vergangenen Jahr jedoch ab.

Feindschaft seit 1950
Die koreanische Halbinsel ist seit dem Koreakrieg 1950 bis 1953 geteilt. Die beiden Nachbarländer, die sich Ende Juni im Gelben Meer ein tödliches Seegefecht lieferten, befinden sich noch immer im Kriegszustand. In der vergangenen Woche machte Pjöngjang wieder einige Zeichen der Versöhnung. So erklärte es sich zu einem Treffen mit südkoreanischen Vertretern auf dem nördlichen Berg Kumgang bereit, bei dem es um die Vorbereitung möglicher bilateraler Beratungen gehen soll.

Kampf der Terror-Finanzierung
Die Teilnehmer des ASEAN-Regionalforums sagten in einer gemeinsamen Erklärung der Finanzierung des internationalen Terrorismus den Kampf an. Zu den Maßnahmen sollten regelmäßige Bankkontrollen sowie das Einfrieren verdächtiger Guthaben gehören, erklärten die Vertreter von 23 Staaten, darunter die USA, China, Russland, Japan, die EU-Länder und die zehn ASEAN-Staaten. Im Interesse von Frieden und Sicherheit müssten "Terroristen" am Zugang zu Finanzsystemen gehindert werden. Am Donnerstag wollen die ASEAN-Mitgliedsstaaten mit den USA ein Kooperationsabkommen zum Kampf gegen den Terrorismus unterzeichnen. Zu den ASEAN-Staaten gehören neben Brunei auch Laos, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Indonesien, Birma, die Philippinen, Thailand und Vietnam.

31.7.2002 08:16