Dienstag, 30. Juli 2002

Wieder 16 Tote bei Gewalt in Kolumbien

  • Gefechte zwischen Armee und Rebellen in mehreren Regionen

Bei neuer Gewalt in Kolumbien sind am Montag 16 Menschen getötet worden. Elf Rebellen und drei Soldaten starben nach Militärangaben bei Kämpfen zwischen der Guerilla und der kolumbianischen Armee. In einem Einkaufszentrum und im Norden des Landes kam es zu tödlichen Anschlägen.

Unter den Opfern der Gefechte waren laut Armee neun Kämpfer der linksgerichteten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und zwei Mitglieder der Nationalen Befreiungsheeres (ELN). Die Gefechte fanden in verschiedenen Regionen Kolumbiens statt.

Jugendliche stirbt in Explosion
Bei der Explosion einer Granate in einem Geschäftsviertel im Zentrum von Bogota wurde am Montag eine junge Frau getötet. Die Restaurantangestellte starb auf dem Weg ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Zehn weitere Menschen wurden verletzt.

Kommunalpolitiker ermordet
Unbekannte erschossen in der Ortschaft Coloso im Norden Kolumbiens einen Gemeinderat. Nach Polizeiangaben eröffneten zwei Männern auf einem Motorrad das Feuer auf den Politiker. Das Gebiet beherrscht die FARC. Offiziellen Angaben zufolge ist es bereits der sechste Mord an einem Kommunlapolitiker binnen zwei Monaten. Seit 1998 wurden 50 Bürgermeister und 87 Gemeinderäte ermordet.

In Kolumbien herrscht seit fast 40 Jahren Bürgerkrieg zwischen linksgerichteter Guerilla auf der einen und ultrarechten Paramilitärs und Regierungstruppen auf der anderen Seite. Im diesem Kampf wurden seither mehr als 200.000 Menschen getötet.

30.7.2002 07:52