Weitere Partei will serbische DOS verlassen
- Regierungskoalition droht Zerfall

Dem regierenden serbischen Parteienbündnis DOS droht der Zerfall und damit der Verlust der Mehrheit im Parlament. Die Partei Neues Serbien (NS) werde die Koalition verlassen und ihre acht Mandate im Parlament behalten, sagte NS-Chef Velimir Ilic am Mittwoch in Belgrad.
Er reagierte damit auf den Beschluss der DOS-Mehrheit, den 45 Abgeordneten der Demokratischen Partei Serbiens (DSS) am Montag ihre Mandate aberkennen zu lassen.
Damit war der Machtkampf zwischen dem jugoslawischen Präsidenten Voijslav Kostunica (Bild) und dem serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic auf seinen bisherigen Höhepunkt gelangt. Kostunica kündigte mittlerweile seinem Widersacher die Kommunikation auf und warf ihm vor, "brutaler" als Ex-Präsident Slobodan Milosevic vorzugehen. Ilic erklärt, der Rauswurf der DSS-Abgeordneten habe für seine Partei das "Fass zum Überlaufen" gebracht.
Die extrem-nationalistische Partei der Serbischen Einheit (SSJ) rief alle anderen oppositionellen Parteien auf, das Parlament Serbiens zu verlassen. Dadurch und den Druck der Bürger wolle man DOS zur Ausschreibung vorgezogener Wahlen zwingen, sagte SSJ-Chef Borislav Pelevic.
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