Waren "Hackenmörder" von OÖ "Zufallstäter" ?
- Firmenchef könnte kriminelle Fernfahrer überrascht haben

Nach keinen Erfolg brachte bis Montag die Fahndung nach jenem Täter, der in den Morgenstunden des 30. Juli in Weißkirchen an der Traun in Oberösterreich den 46-jährigen Geschäftsmann Alois Stehrer erschlagen hat. Möglicherweise handelte es sich um zwei Täter. Die Fahnder verfolgen inzwischen eine neue Hypothese: Es könnte sich um kriminelle Fernfahrer gehandelt haben, die in das Firmengelände einbrechen wollten und dabei von Stehrer überrascht wurden.
Denn das Gelände der Palettenfirma Stehrer in Weißkirchen liegt in Autobahnnähe, es ist ein beliebter Platz für Fernfahrer zum Übernachten. Möglich sei daher, so die Gendarmerie, dass auch in der Nacht zum Dienstag dort ein oder zwei Fernfahrer ihre Lkw abgestellt hatten und die Gelegenheit zu einem Einbruch nützen wollten. Bereits in der Nacht davor war bei der Firma Stehrer eingebrochen worden.
Als der Firmenchef um etwa 03.30 Uhr in seinem Betrieb eintraf, hat er möglicherweise den oder die Einbrecher auf frischer Tat ertappt. Das könnte sein Todesurteil gewesen sein, der oder die beiden "Zufallstäter" schlugen mit Hacken auf den 46-Jährigen ein, dieser hatte keine Überlebenschance.
Nach wie vor ermitteln die Gendarmen aber auch in Richtung eines oder zweier Täter aus dem geschäftlichen Bekanntenkreis Stehrers. Dieser könnte sich mit seinen Geschäftspartnern - möglicherweise ging es um nicht ganz "saubere" Deals mit Paletten - in der Firma getroffen haben. Es kam zum Streit und in der Folge wurde Stehrer erschlagen. Allerdings habe man bisher in den Geschäftsunterlagen keinerlei Hinweise auf mögliche Täter gefunden, so ein Sprecher der Gendarmerie.
Im Büro des Ermordeten wurden außerdem zahlreiche Bankoformulare mit Namen und Adressen von "Geschäftspartnern" sichergestellt. Auch gibt es in der Buchhaltung Namen von mehreren Frauen aus Wien, die Stehrer ebenfalls Paletten verkauft haben sollen. Nach Ansicht der Ermittler könnten mit den Namen dieser Frauen "Scheinübernahmen" von gestohlenen Paletten verschleiert worden sein.
Insgesamt werden die Kriminalisten der Gendarmerie in nächster Zeit nicht weniger als 150 "Geschäftspartner" von Alois Stehrer zu befragen haben.
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